Aktie bricht ein
Lanxess enttäuscht mit Jahresbilanz

Der Spezialchemiekonzern hat mit seiner Jahresbilanz für 2012 die Anleger enttäuscht und schickt die Aktie auf Talfahrt. Lanxess leidet unter der Autoabsatzkrise in Europa und gab nur einen vorsichtigen Ausblick.
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FrankfurtDer Spezialchemie-Konzern Lanxess sieht im neuen Jahr bisher keine Verbesserung der schwachen Nachfrage. Der Trend aus dem zweiten Halbjahr 2012 setze sich auch in diesem Jahr in den meisten Geschäftsfeldern fort, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

„Die Nachfrage wird im Verlauf des Jahres an Dynamik gewinnen“, gab sich Lanxess aber zuversichtlich. An der Börse sorgte der schwache Jahresstart für Enttäuschung: Die Aktien brachen in der Spitze um fast vier Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im Leitindex Dax.

Lanxess macht vor allem die Krise der Autoindustrie zu schaffen - der Leverkusener Konzern ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk, der in Autoreifen und in Dichtungen verwendet wird. Der Reifenhersteller Continental etwa erwartet im ersten Quartal 2013 wegen der schwachen Nachfrage in Europa einen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent.

„Uns hat der vorsichtige Ausblick für das erste Halbjahr 2013 nicht überrascht“, schrieb DZ-Bank-Analyst Peter Spengler in einem Kurzkommentar. „Wir hoffen auf ein gutes zweites Halbjahr - es gibt sogar Hoffnung auf ein annehmbares zweites Quartal.“

Gewinn 2012 doch noch gerettet

Mit einem Gewinnsprung im vierten Quartal schaffte Lanxess seine Ziele für 2012 aber immerhin noch gut. Das operative Ergebnis von Sondereinflüssen (Ebitda) kletterte im Gesamtjahr um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro, wie aus den überraschend veröffentlichten Zahlen hervorging. Damit lag das Wachstum etwa in der Mitte der prognostizierten Spanne von fünf bis zehn Prozent, im November war Lanxess wegen der Autokrise von einem Gewinnplus am unteren Ende der Spanne ausgegangen. Vor allem dank einer „strikten Kostendisziplin“ habe das bereinigte Ebitda im vierten Quartal jedoch einen Sprung von 37 Prozent auf 239 Millionen Euro hingelegt, erläuterte Lanxess.

An seinen mittelfristigen Ergebniszielen hält der Konzern fest: 2014 soll das Ebitda vor Sondereinflüssen auf 1,4 Milliarden Euro und 2018 auf 1,8 Milliarden Euro steigen. Lanxess will seine Zahlen auf der Bilanzpressekonferenz am 21. März näher erläutern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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