Aktie bricht ein
MG Technologies hakt das Gesamtjahr ab

Der Chemie- und Anlagenbaukonzern MG technologies ist wegen hoher Restrukturierungskosten sowie des starken Euro im zweiten Quartal deutlich in die Verlustzone geraten.

Reuters FRANKFURT. Auch für den Rest des Jahres 2003 rechnet das Frankfurter Unternehmen mit schwachen Ergebnissen und kündigte eine Neubewertung aller Risiken an. Die Bilanz der Gesellschaft solle so auf eine gesündere Basis gestellt werden.

„Aus heutiger Sicht erwartet wir auch in der zweiten Jahreshälfte keine Verbesserung des schwachen Ergebnisses aus dem ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres“, erläuterte der neue Konzernchef Udo Stark in einem Zwischenbericht an die Aktionäre am Montag. Im zweiten Quartal sei vor Steuern ein Verlust von 21,2 Mill. Euro angefallen, womit das Ergebnis um 100,4 Mill. Euro zum Vorjahreszeitraum einbrach. Nach Steuern stand ein Verlust von 12,1 Mill. Euro zu Buche, verglichen mit einem Überschuss von 50 Mill. Euro vor Jahresfrist. Die MG-Aktie büßte am Morgen rund 3,6 Prozent auf 8,60 Euro ein.

In der zweiten Jahreshälfte rechnet der Konzern weiter mit erheblichen Sondereffekten wie Restrukturierungskosten. Der Vorstand wolle die MG-Bilanz auf eine „konservativere Basis“ stellen, was möglicherweise Änderungen bei der Bilanzierung nach sich ziehe. „Die Ergebnisentwicklung in 2003 wird somit unter großem Druck bleiben“, kündigte Stark an. „Die Konzernstrukturen mit ihren mehrstufigen Holdings stehen auf dem Prüfstand“, fügte er hinzu.

Kurzfristige negative Einmaleffekte, die mit einer Vereinfachung der Struktur verbunden wären, würden dann aber in signifikante Kostensenkungen münden. Ob dies mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein wird, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit. Seit Ende vergangenen Jahres verringerte sich die Zahl der Beschäftigten weltweit um rund 700 auf 31 100.

Bereits auf der Hauptversammlung im Juni hatte die mg-Spitze eine strategische Überprüfung der auf den beiden Säulen Chemie und Anlagenbau fußenden Gesellschaft angekündigt. Stark sagte nun dazu: „2003 ist für die mg ein Jahr des Übergangs, das wir nutzen werden, um die Ausgangsbasis für eine notwendige Neuausrichtung zu schaffen.“ Sein im Mai vom Chefposten zurückgetretener Vorgänger Kajo Neukirchen hatte die mg nach dem ersten Quartal dieses Jahres mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang verlassen.

Umsatzrückgang im zweiten Quartal

Auch im Zeitraum April bis Juni schrumpften die Erlöse: mit 2,0 Mrd. Euro setzte der Konzern 6,2 Prozent weniger um als ein Jahr zuvor. Sowohl der Anlagenbau als auch die Chemiegeschäfte verzeichneten Einbußen. Die Entwicklung im Gesamtkonzern sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die operativen Ergebnisse der wesentlichen Säulen, des Anlagenbauers GEA und der Chemiegesellschaft Dynamit Nobel, seien aber robust gewesen.

Im gesamten ersten Halbjahr haben nach Angaben des Konzerns Sondereffekte wie Restrukturierungen und Einmalkosten aus Verkäufen zu Belastungen in Höhe von 53,1 Mill. Euro geführt. Darüber hinaus sei das Konzernergebnis durch den starken Euro um rund 25 Mill. Euro gedrückt worden. Nach den ersten sechs Monaten stand unter dem Strich damit nur noch ein magerer Überschuss von elf Millionen Euro nach 76,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Konzernumsatz ging in diesem Zeitraum um 9,3 Prozent auf 3,894 Mrd. Euro zurück.

Aktienhändler sprachen am Morgen von schwachen Zahlen. „Die Zahlen sind unbestritten schlecht und beim Ergebnis unter den Erwartungen“, sagte ein Händler in Frankfurt. Angesichts der Einmalkosten, die das Ergebnis gedrückt hätten, sei aber zu überlegen, ob die Aktie verkauft werden solle. „Das deutet für mich auf einen starken Konzernumbau im Herbst hin und der würde der Aktie sicher helfen,“ fügte der Börsianer hinzu.

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