Aktie bricht ein
Milliardendeal: Fresenius kauft in den USA zu

Der Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit einer Milliardenübernahme groß in den lukrativen US-Pharmamarkt ein. Das Unternehmen kauft die börsennotierte APP Pharmaceuticals, einen US-Hersteller von intravenös verabreichten Arzneimitteln, und verbindet damit ehrgeizige Ziele.

HB FRANKFURT. Die auf Infusionstherapie und medizinische Ernährung ausgerichtete Fresenius-Tochter Kabi zahlt 3,7 Mrd. Dollar (2,36 Mrd. Euro) für APP Pharmaceuticals, wie Fresenius am Montag in Bad Homburg mitteilte. Zudem übernimmt Fresenius APP-Verbindlichkeiten über 940 Mill. Dollar. „APP wird es uns künftig ermöglichen, das Produktportfolio von Fresenius Kabi auch in den USA zu vertreiben“, sagte Fresenius- Chef Ulf Schneider. APP biete die seit langem angestrebte Plattform in Nordamerika.

Kabi strebe eine Spitzenposition im weltweiten Geschäft mit intravenös verabreichten, patentfreien Medikamenten (Generika) an, hieß es. Bisher war das Generika-Geschäft für Fresenius nur ein Randbereich.

Die Aktionäre des Unternehmens aus Schaumburg im US-Bundesstaat Illinois sollen zunächst 23 Dollar je Aktie in bar erhalten. Das sind 29 Prozent mehr als die APP-Aktie zuletzt an der Nasdaq kostete. Übertreffen die bereinigten Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2008 bis 2010 einen bestimmten Wert, winkt 2011 ein Nachschlag von bis zu sechs Dollar je Aktie. Einschließlich der übernommenen Schulden und dem Nachschlag liegt der Wert der Transaktion nach APP-Angaben bei bis zu 5,6 Milliarden Dollar. APP-Gründer und Mehrheitsaktionär Patrick Soon-Shiong hat sich Fresenius zufolge verpflichtet, mit seinem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent für die Transaktion zu stimmen. Auch das Management habe dem Verkauf zugestimmt.

"Strategisch gut, aber hoch im Preis", urteilte eine Analystin am Montagmorgen in einer ersten Einschätzung zum Kauf. Die im MDax notierte Fresenius-Vorzugsaktie büßte am Montag zeitweilig zehn Prozent auf 48,50 Euro ein. „Es ist nicht die Übernahme an sich, sondern vielmehr die Wahrscheinlichkeit, dass zur Finanzierung eine Kapitalerhöhung notwendig ist“, erklärte ein Aktienhändler die Kursverluste.

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