Aktie bricht ein
Wacker Construction enttäuscht Anleger

Der Münchner Baumaschinenhersteller Wacker Construction hat kurz nach der Fusion mit dem österreichischen Konkurrenten Neuson Kramer die Investoren mit seinen Geschäftsprognosen enttäuscht. Die Aktionäre reagierten prompt und schickten die Aktie auf eine drastische Talfahrt.

HB FRANKFURT. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie des Börsenneulings brach am Donnerstag zeitweise um mehr als zehn Prozent ein. Weil Neuson ab dem Schlussquartal in der Konzernbilanz enthalten ist, hob Wacker den Ausblick für 2007 an. Demnach soll der Umsatz auf 720 (Vorjahr: 619) Millionen Euro zulegen statt auf die bisher vorausgesagten 655 bis 670 Millionen Euro. Im ersten vollen Geschäftsjahr 2008 will die künftige Wacker Neuson dann die Milliardenschwelle überspringen, wie Vorstandschef Georg Sick bekräftigte. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werden für 2007 nun mindestens 120 (100) Millionen Euro angestrebt statt bislang 110 bis 115 Millionen.

„Da haben viele mehr erwartet“, kommentierte Analyst Alexander Haissl von Cheuvreux. Der Beitrag von Neuson gemessen an Umsatz und Ebitda sei sehr konservativ berechnet, sagte er. In den ersten neun Monaten erwirtschaftete Wacker – noch ohne die Österreicher - ein Umsatzplus von gut sieben Prozent auf einen Rekordwert von 504,2 Millionen Euro. Das Ebitda stagnierte unter anderem wegen der Kosten für eine Branchenmesse bei 83,2 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) lag bei 16,5 Prozent. Ziel bleibe für das kombinierte Unternehmen eine Quote von über 17 Prozent. Positive Steuereffekte sorgten für einen Anstieg des Überschusses um 4,4 Prozent auf 42,7 Millionen Euro.

Die Wacker-Aktie war nach dem Börsengang im Mai bis auf knapp 30 Euro geklettert und notiert derzeit mit etwas über 15 Euro. Analysten attestieren dem neu fusionierten Konzern, der sich durch den groß angelegten Vertrieb von Neuson-Minibaggern und -Radladern in den USA laut Vorstandschef Sick „sehr gute Chancen“ verspricht, robuste Wachstumsaussichten.

Die Analysten von UBS sehen die Wacker-Aktie auf Sicht von zwölf Monaten wieder bei 25 Euro, die Kollegen von Sal. Oppenheim beziffern deren fairen Wert sogar auf 31 Euro. Ihrer Einschätzung nach litt der Kurs zuletzt unter der US-Immobilienkrise.

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