Aktie des Automobilherstellers gibt nach
Märkte erwarten VW-Gewinnwarnung

Die Gerüchteküche brodelt: Nach Medienberichten kann VW sein Ergebnisziel nicht erreichen und muss sogar Produktionspausen in seinem Wolfsburger Werk einlegen. Offiziell gibt es bislang jedoch keine Stellungnahme.

HB WOLFSBURG. Nahe stehende Kreise berichte unterdessen, dass die Volkswagen AG, Wolfsburg, wahrscheinlich die Prognose für das laufende Jahr absenken wird - eine endgültige Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen. Der Konzern dürfte den Informationen zufolge in seinem Halbjahresbericht am 23. Juli wohl nicht davon ausgehen, das Vorjahresergebnis von 2,5  Mrd Euro vor Sondereinflüssen zu erreichen. Dies ist bislang als "anspruchsvolles Ziel" bezeichnet worden.

Ob es allerdings dazu kommt und wie genau die Progose lauten wird, dürfte der Vorstand wohl erst unmittelbar vor Veröffentlichung der Zahlen entscheiden. Das Magazin "Der Spiegel" meldet allerdings, dass VW das Ergebnisziel nicht erreichen wird: Verluste fahre das US-Geschäft wegen der hohen Rabatte und des niedrigen Dollar-Kurses ein. Die Gewinne in China schmelzen, weil VW dort wie Konkurrent General Motors die Preise senken musste. Bereits vor einem Monat hatte der Informationsdienst "Czerwensky intern" über eine bevorstehende Rücknahme der Prognose berichtet.

Im Markt wird es mittlerweile als "ganz klar" angesehen, dass es zu einer Gewinnwarnung kommen wird. Als deutlicher Hinweis dafür wird auch verstanden, dass der Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder selbst im Anschluss an die Veröffentlichung der Zahlen vor Analysten Stellung beziehen und die Ergebnisse erläutern wird. Normalerweise obliegt dies dem Finanzvorstand. Allerdings hat der Konzern bereits im März erklärt, dass auch in einem "Worst-Case-Szenario" das Minimalziel eines ausgeglichenen Cash-Flow erreichbar ist. Bereits im ersten Quartal hatte VW im eigentlichen Automobilgeschäft rote Zahlen geschrieben.

Offiziell hat die Volkswagen AG hat zu Berichten über eine drohende Gewinnwarnung keine Stellung genommen. Ein Sprecher verwies auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 23. Juli. Vorher werde man sich zur Geschäftslage nicht äußern. Noch nicht entschieden sei auch über weitere Produktionspausen zu Weihnachten und im Herbst. Dies geschehe kurzfristig nach Absatzlage. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte berichtet, in den Herbstferien und zu Weihnachten werde die Produktion zeitweise ruhen und die Belegschaft zwei Wochen zu Hause bleiben und Überstunden abfeiern.

Im Stammwerk sollten in diesem Jahr 67  000 Fahrzeuge weniger als geplant gebaut werden, schreibt das Magazin. Der Absatz liege weit hinter den Erwartungen. Das Werk Wolfsburg sei nur noch zu 70% ausgelastet. Eine derart geringe Auslastung reiche nicht, um die gut 176  000 Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Volkswagen sei mit dem Absatz nicht zufrieden, räumte Mickeleit ein. Allerdings entwickle sich der Konzern besser als der Markt.

Angesichts der Medienberichte gaben die Aktien des Autoherstellers um 0,66 Prozent auf 33,00 Euro nach.

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