Aktie des russischen Ölkonzerns im Sturzflug
Banken wollen Yukos den Geldhahn abdrehen

Westliche Großbanken haben dem zweitgrößten russischen Ölkonzern Yukos damit gedroht, einen 1 Mrd. $ großen Kredit vorzeitig fällig zu stellen.

HB/mbr MOSKAU. Dann müsste der Ölriese sofort die geliehene Summe zurückzahlen. Zugleich könnten das von der Societe Generale angeführte Bankenkonsortium, dem auch die Deutsche Bank, die Commerzbank sowie die Citibank und andere angehören, sich ihre fälligen Zinsen aus laufenden Erdölexporten auszahlen lassen. Darüber informierten die Banken Yukos in einem vom 23.April datierten Schreiben, wie das Unternehmen gestern bekannt gab. Es gebe keinen Grund zur Sorge, Yukos könne den Kredit nicht weiter bedienen, wies Yukos-Vizepräsident Oleg Schejko Befürchtungen der Banken zurück. Dennoch brachen die Yukos-Aktien gestern um 5,5 % in Frankfurt ein.

Hintergrund des dramatischen Zuspitzens der Yukos-Krise ist, dass ein Moskauer Gericht am 15.April das gesamte Vermögen des Ölkonzerns eingefroren hatte. Damit solle sicher gestellt werden, dass Yukos im Falle eines Klageerfolgs der Steuerbehörde angeblich hinterzogene Abgaben in Höhe von umgerechnet 2,9 Mrd. Euro bezahlen könne. Der frühere Yukos-Chef und Großaktionär Michail Chodorkowskij sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Im Juni oder Juli soll sein Verfahren wegen Privatisierungs-Betrugs, Unterschlagung und Steuerhinterziehung eröffnet werden.

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