Aktie des Sportartikelherstellers steigt
Adidas begibt erstmals Wandelanleihe

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas-Salomon hat erstmals in seiner Unternehmensgeschichte eine Wandelanleihe begeben und damit die derzeit günstigen Zinsbedingungen am Markt zur Kapitalaufnahme genutzt.

Reuters MÜNCHEN. Mit der 15 Jahre laufenden Wandelanleihe über 400 Mill. € wolle Adidas seine Fremdkapitalstruktur verbessern, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Ein Teil der Emissionserlöse könnte nach Angaben von Adidas auch für die geplante Übernahme des US-Golfballherstellers Top-Flite verwendet werden. Analysten sprachen von einem strategisch sinnvollen Schritt. Durch die lange Laufzeit senke Adidas nachhaltig seine Finanzierungskosten. Die Adidas-Aktie gehörte mit einem Plus von 4,2 % zu den größten Gewinnern im Deutschen Aktienindex.

"Profitieren vom Marktumfeld"

Mit der Emission, die in rund vier Mill. Adidas-Aktien zurückgezahlt werden kann, profitiere das Unternehmen von dem derzeit günstigen Marktumfeld und sichere sich langfristig günstige Finanzierungskosten, erklärte Finanzchef Robin Stalker. Wegen des aktuell historisch niedrigen Zinsniveaus haben zuletzt auch Firmen wie Infineon und Siemens Wandelanleihen begeben, statt sich mit der direkten Ausgabe von neuen Aktien Kapital zu verschaffen.

Adidas könne mit den neuen Mitteln höher verzinste Kredite ablösen und damit seine Kosten senken, sagten Analysten. Dem erklärten Ziel des Unternehmens, seine Verschuldung um 100 Mill. € jährlich zu senken, laufe die neue Anleihe nicht zuwider, sagten Analysten. Eine Firmensprecherin bekräftigte, Adidas halte an diesem Ziel fest.

Die Wandelanleihe solle im Oktober zum Frankfurter Börsenhandel zugelassen werden, teilte Adidas mit. Bei einem besonders hohen Aktienkurs kann sie erstmals im Oktober 2009 gekündigt werden. Das Buch führen Deutsche Bank und Dresdner Kleinwort Wasserstein. Nach Angaben von Adidas ist die Wandelanleihe mit einem Kupon von 2,5 % ausgestattet. Die Wandlungsprämie zum späteren Umtausch in Adidas-Aktien betrage 40 %. Die Anleihe sei ausschließlich bei Investoren außerhalb der USA, Kanada und Japan platziert worden. Nach Angaben aus Bankenkreisen war die Anleihe im hohen einstelligen Bereich überzeichnet gewesen.

Die Firmensprecherin sagte, ein Teil der Emissionserlöse könne auch für die Übernahme des US-Golfballherstellers Top-Flite verwendet werden. Ob Adidas sein Gebot von derzeit 126 Mill. Dollar für das unter Gläubigerschutz stehende US-Unternehmen erhöhen könnte, sagte sie nicht.

Analysten zufolge ist der geplante US-Zukauf aber nicht der Hauptgrund für die Transaktion. „Das könnte Adidas aus den laufenden Erträgen bezahlen“, sagte der Analyst einer Großbank. Adidas will mit dem Zukauf seine eigene Golfmarke Taylormade stärken. An Top-Flite ist auch der US-Golfausrüster Callaway interessiert.

An der Börse legten die Adidas-Aktien nach der Nachricht auf 74 € zu. Eine solche Emission sei seit längerem erwartet worden, begründeten Börsianer die Kursentwicklung. SEB-Fondsmanager Andreas Gartner sagte, nun herrsche Erleichterung über den tatsächlichen Umfang der Emission. „Das Timing könnte nicht besser sein,“ fügte er hinzu.

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