Aktie des Werkzeugmaschinenherstellers bricht ein: Razzia bei Gildemeister

Aktie des Werkzeugmaschinenherstellers bricht ein
Razzia bei Gildemeister

Deutschlands größter Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister wird von einer Korruptionsaffäre erschüttert. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen Unternehmenschef Rüdiger Kapitza wegen des Vorwurfs der Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Steuerhinterziehung. Der Behörde zufolge besteht ein Anfangsverdacht gegen den Vorstandsvorsitzenden und andere Personen, die nicht mit dem Unternehmen in Verbindung stehen.

HB BIELEFELD. In einer Großrazzia durchsuchten die Ermittler bereits am Dienstag Konzern- sowie Privaträume Kapitzas und stellten umfangreiche Unterlagen sicher, wie der für Wirtschaftsstraftaten zuständige Staatsanwalt Klaus Pollmann am Mittwoch mitteilte. Die Unterlagen sollen nun ausgewertet und der Konzernchef wie auch andere Beschuldigte vernommen werden. Einen Zeitpunkt hierfür nannte Pollmann nicht. Gegen Kapitza werde in dieser Sache bereits seit geraumer Zeit ermittelt.

An der Börse wurden die erst vor wenigen Wochen in den Nebenwerteindex MDax aufgestiegenen Gildemeister -Aktien abgestraft. Der Kurs brach um über 24 Prozent auf 9,87 Euro ein.

Eine Konzernsprecherin sagte: "Der Vorstand geht davon aus, dass die Vorwürfe unbegründet sind." Gildemeister arbeite eng mit den Ermittlern zusammen. Es bestehe ein großes Interesse an einer raschen Aufklärung.

Zugleich bekräftigte sie die Firmenplanungen. "Wir halten an unseren Prognosen fest und werden wie geplant am 12. Februar die vorläufigen Zahlen für 2007 veröffentlichen." Die Geschäfte des Konzerns laufen seit längerem auf Hochtouren. Mit einem dicken Auftragspolster im Rücken wollte Gildemeister 2007 den Vorjahresgewinn von 27,1 Mill. Euro um 60 Prozent übertreffen.

Insgesamt wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 19 Durchsuchungsbeschlüsse an elf verschiedenen Orten in Deutschland sowie in Österreich vollstreckt. Rund 50 Beamte der Kriminalpolizei, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft waren im Einsatz. Ermittelt werde auch gegen zwei Österreicher, die Geschäftsbeziehungen zu Gildemeister unterhielten. Näheres zu den Vorwürfen wollte der Sprecher nicht mitteilen. Haftbefehle gebe es im Zusammenhang mit den Vorwürfen nicht, sagte der Sprecher. "Wir haben dazu keine Veranlassung gesehen." Bislang sei Kapitza auch noch nicht vernommen worden.

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