Aktie eine Stunde lang vom Handel ausgesetzt
WCM fusioniert mit Klöckner-Werken

Die Frankfurter Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft WCM hat ihre restlichen 31 000 Wohnimmobilien für knapp 1,4 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Blackstone verkauft. Der Aufsichtsrat der WCM beschloss zudem die Verschmelzung mit der Duisburger Tochter Klöckner-Werke.

HB FRANKFURT. „Wir haben unser spekulatives Element aufgegeben“, sagte WCM-Chef Roland Flach am Donnerstag in Frankfurt. Das Unternehmen werde sich künftig aus dem Bereich mit Wohnimmobilien und neuen Beteiligungen zurückziehen. Übrig bleibe der Industriebereich. Die Aufsichtsräte der WCM und Klöckner hätten einstimmig der Verschmelzung beider Gesellschaften zum Jahresbeginn 2005 zugestimmt. Flach, der seine berufliche Zukunft als Chef der neuen Holding sieht, will durch das Zusammengehen Kosten sparen und den Börsenwert steigern.

Blackstone hat die WCM-Wohnungen für knapp 1,4 Mrd. € gekauft. Durch die Transaktion sinke die Schuldenbelastung der WCM gegenüber ihren Banken von jetzt 1,4 Mrd. € auf unter 200 Mill. €, erläuterte Flach. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen, das sich mit Beteiligungen an der Commerzbank und dem Immobilienkonzern IVG finanziell übernommen hatte, noch Schulden in Höhe von 3,4 Mrd. €. An der Börse kam die Neuausrichtung dennoch nicht gut an. WCM-Aktien verloren zeitweise knapp sieben Prozent auf 1,21 € und waren damit der größte Kursverlierer im MDax. WestLB-Analyst Georg Kanders sprach von einem erwarteten Schritt. „Der Preis für die Immobilien ist nicht besonders hoch. Aber WCM wird wohl in ruhigeres Fahrwasser jetzt kommen.“ Positiv sei, dass dank des Schuldenabbaus die starke Zinsbelastung nun entfalle.

Der Verkauf der Wohnimmobilien belastet das WCM-Ergebnis mit voraussichtlich rund 30 Mill. €. Nunmehr sei in diesem Jahr mit einem Verlust in der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in mittlerer zweistelliger Millionen-Höhe zu rechnen, hieß es. Zuletzt hatte WCM mitgeteilt, dass sich der operative Verlust der ersten neun Monate in Höhe von rund 27,5 Mill. € bis Jahresende noch etwas verbessern werde.

Die Verschmelzung von WCM und Klöckner soll Mitte 2005 von den Hauptversammlungen beider Firmen abgesegnet werden - und das neue Unternehmen den Namen Klöckner tragen. Flach ergänzte, das genaue Umtauschverhältnis zwischen den beiden börsennotierten Firmen - die Klöckner-Werke gehören dem Kleinwerte-Index SDax an - werde im Frühjahr 2005 festgelegt. „Die Frage, wer auf wen verschmolzen wird, ist dabei allein eine technische Frage“, sagte Flach. „Es wird darum gehen, wie es rechtlich und steuerlich am besten zu gestalten ist.“ Künftig werde es dann nur noch eine börsennotierte Gesellschaft geben - Flach zufolge im MDax. Kleinere Finanzbeteiligungen will der WCM-Chef ebenso abstoßen wie die verbliebenen gewerblichen Immobilien.

Die Duisburger Klöckner-Werke sind in der Abfüll- und Verpackungstechnik tätig. Derzeit hält WCM 78 % der Anteile. Die Klöckner-Werke erzielten 2003 einen Nettogewinn von 22 Mill. €. In den ersten neun Monaten 2004 waren es elf Mill. €. WCM hatte im dritten Quartal einen Nettoverlust von 11,08 Mill. € verbucht nach einem Gewinn von 37,25 Mill. € im Vorjahresquartal.

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