Aktie im Plus
Marchionne plant Restrukturierungen bei Fiat

Der neue Fiat-Chef Sergio Marchionne will den seit Jahren Verluste schreibenden Autokonzern "in die Werkstatt schicken".

HB GENF. „Fiat muss sofort in die Werkstatt. Wie das endet, wird die Zukunft zeigen“, sagte der als harter Sanierer bekannte Marchionne am Mittwoch auf der Pressekonferenz nach seiner Ernennung.

Als erstes wolle er sich die Autodivision vornehmen, sagte Marchionne. Diese ist das Flaggschiff des von Traktoren bis hin zu Komponenten in den unterschiedlichsten Bereichen tätigen Industrie-Konzerns. Bei der Autoproduktion gelte es, den Turnaround zu schaffen, so der 51-Jährige weiter.

Für den ganzen Konzern will Marchionne - der fünfte Fiat-Chef innerhalb von zwei Jahren - das Sanierungstempo erhöhen. Ziel des 105 Jahre alten Traditionsunternehmens war bisher die Rückkehr zu einem Betriebsgewinn im kommenden Jahr und zu schwarzen Zahlen beim Reingewinn in 2006. Die Fiat-Aktie lag an der Börse in Mailand bis gegen 11.15 Uhr gut zwei Prozent im Plus.

Ob für die Sanierung Stellenkürzungen notwendig seien, könne er noch nicht sagen, so Marchionne weiter. Fiat ist heute der grösste private Arbeitgeber Italiens mit weltweit mehr als 162 000 Beschäftigen, davon die Hälfte im Mutterland. „Ich muss sehr vorsichtig mit den Dingen sein. Es ist komplex, es ist eine grosse Industrie, es hat eine grosse Menge an Geschichte“, fügte er hinzu. Marchionne zeigte sich vorsichtig: „Heute ist nicht ein Tag, um Versprechungen zu machen.“

Nach dem überraschenden Rücktritt von Giuseppe Morchio war Marchionne am Dienstag an die Spitze von Fiat berufen worden. Der Italo-Kanadier sass zuvor schon im Verwaltungsrat des Konzerns. Seinen Posten als Chef der Schweizer Dienstleistungsgruppe SGS gibt er damit nach zweieinhalb Jahren ab; innerhalb dieser Zeit hatte Marchionne das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 2,4 Milliarden sfr auf Wachstumskurs gebracht.

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