Aktie legt zu
GM einigt sich mit Gewerkschaft auf Abfindungen

Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) hat sich mit dem insolventen Autozulieferer Delphi und der Gewerkschaft UAW in zentralen Fragen seines Sanierungsplanes geeinigt.

HB DETROIT. Der weltgrößte Automobilkonzern bietet insgesamt mehr als 125.000 Arbeitern Abfindungen an und kommt damit seinem Ziel näher, bis 2008 insgesamt 30.000 Stellen abzubauen. Zugleich könnte er damit ein Streik bei seiner Ex-Tochter Delphi verhindern, der GM bis zu fünf Milliarden Dollar im Monat kosten würde.

Die GM-Aktien legten um mehr als ein Prozent zu, nachdem Gerüchte über die Einigung bereits am Vortag den Kurs angetrieben hatten.

Nach der am Mittwoch vorgelegten Einigung wird GM 13.000 der 24.000 gewerkschaftlich organisierten Arbeiter bei Delphi im Rahmen einer Vorruhestandsregelung mit einer Einmalzahlung von 35.000 Dollar abfinden. Der Autobauer erklärte sich auch bereit, 5000 Delphi-Arbeiter zu übernehmen.

Zudem bot GM auch allen seinen 113.000 Fabrikarbeitern Abfindungen an, wenn sie in den Vorruhestand gehen wollen. GM bezifferte die Kosten für das Abfindungsprogramm nicht. Der Konzern erklärte lediglich, dass sie in der Bilanz für 2006 enthalten sein werden.

Delphi ist seit 1999 von GM getrennt und hat im vergangenen Oktober in einem für die US-Automobilbranche historischen Schritt einen Insolvenzantrag gestellt. Damals hatte GM zugestimmt, Pensionszahlungen für den Zulieferer zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht. Delphi hat seit der Insolvenz zur eigenen Sanierung eine Kürzung der Lohn- und Sozialkosten sowie einen Stellenabbau angestrebt.

Analysten bewerteten die Übereinkunft positiv, fanden aber auch ein Haar in der Suppe: Mit der Vereinbarung werde ein Arbeitskampf bei Delphi nicht ganz ausgeschlossen. Außerdem sind die Kosten der Übereinkunft für GM noch nicht bekannt. „Die Vereinbarung lässt noch eine ganze Menge Fragen offen“, sagte Morningstar-Analyst John Novak, „und es ist weniger, als wir gehofft hatten. Wir hätten lieber eine umfassende Übereinkunft bei Delphi gesehen. Tatsache ist, dass die Gefahr eines Streiks noch in der Luft liegt.“ Delphi verhandelt noch mit der Gewerkschaft, welche der Produktionsstätten in Betrieb bleiben und wie das Lohnniveau nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens gesenkt werden kann.

GM hatte Ende voriger Woche seinen Verlust für 2005 um weitere zwei Milliarden auf eine Gesamtsumme von nunmehr 10,6 Milliarden Dollar nach oben revidiert und als Grund dafür unter anderem den Konkurs bei Delphi angeführt. GM hat in den USA Marktanteile an asiatische Konkurrenten verloren und im Rahmen umfassender Umstrukturierung seine Kapazitäten gedrosselt und Mitarbeiter entlassen.

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