Aktie legt zu
Russe steigt bei K+S ein

Der russische Industrielle Andrej Melnichenko ist beim Salz- und Düngemittelspezialisten K+S eingestiegen. Über die Investmentgesellschaft Linea hält er nun 6,75 Prozent des Kasseler Unternehmens. Die im Nebenwerteindex MDax notierte K+S-Aktie schnellte daraufhin am Freitag um mehr als sechs Prozent nach oben.

HB FRANKFURT. „Linea ist uns wie alle anderen Investoren willkommen, die als strategische Investoren unseren Wachstumskurs unterstützen“, sagte ein Sprecher des Kasseler Unternehmens am Freitag. Die Investmentgesellschaft Linea bündelt die Industriebeteiligungen von Melnichenko. Dazu gehört nicht nur mit der Suek ein russischer Kohleproduzent, sondern auch das Agrochemieunternehmen Eurochem Mineral and Chemical Company (Eurochem). Die Eurochem wurde 2001 gegründet und ist wie K+S ein Düngemittelproduzent. Die Gesellschaft stellt mineralische und organische Düngemittel sowie Futterphosphate her und ist auf dem Gebiet der Rohstoffgewinnung aktiv.

Linea-Vorstand Richard Spikerman erklärte: „Wir sind davon überzeugt, dass dieser kleine Anteil an der Kali + Salz AG für uns ein gutes Investment ist.“ Das Unternehmen sei in einer Branche tätig, in der Linea über große Erfahrung verfüge.

Größter Aktionär bei K+S ist nach Firmenangaben bislang die BASF mit einem Anteil von rund zehn Prozent. Die Investmentgesellschaft Fidelity hält rund 8,2 Prozent, Prudential 4,9 Prozent, die Capital Group 5,2 Prozent und der Fonds DWS 5,1 Prozent.

Andreas Heine von der HypoVereinsbank erkennt in einem Einstieg osteuropäischer Kali-Produzenten bei K+S durchaus strategischen Sinn. „Das Hauptproblem für Kali-Produzenten aus Osteuropa sind die Importbeschränkungen (für Kaliprodukte) in der EU“, stellt der Analyst fest. Diese habe die Europäische Union verfügt, da die osteuropäischen Produzenten wegen der sehr niedrigen Energiepreise im Vergleich zu den Wettbewerbern in der EU einen klaren Vorteil hätten. „Würde ein osteuropäischer Produzent K+S übernehmen, würde er also dieses Szenario aufheben“, erläutert der Analyst.

Heine ergänzt, dass der Vermögensverwalter Franklin Mutual jüngst seinen 4,9-Prozent-Anteil an K+S verkauft habe. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Linea diesen Anteil gekauft hat, weil sie zuvor nicht mitgeteilt hat, einen Anteil von mehr als 3 Prozent aufgebaut zu haben“, sagt der Analyst. Ein Anteil über 3 Prozent wäre meldepflichtig gewesen. Linea kontrolliere zudem mit Eurochem Mineral einen Düngemittelhersteller, der gegenwärtig in der Region um Wolgograd eine Mine mit einer Jahresförderkapazität von 2 Mio. Tonnen Kali errichte. Diese solle im Jahr 2010 die Förderung aufnehmen.

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