Aktie notierte im Plus
Merck will Krebsimpfstoff-Rechte nicht mehr

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck gibt die Rechte an der Entwicklung und Vermarktung des Krebsimpfstoffes Theratope an das kanadische Biotechunternehmen Biomira zurück.

HB DARMSTADT. „Wir geben die Rechte zurück, weil Theratope nicht mehr in unsere Zeitplanungen passt“, sagte eine Sprecherin am Montag in Darmstadt. Das Unternehmen will sich nach eigenen Angaben aus der Weiterentwicklung von Theratope zurückziehen, weil nun weitere zulassungsrelevante Studien notwendig sind.

Theratope hatte im vergangenen Jahr nach früheren Merck-Angaben Ziele bei den klinischen Tests in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie verfehlt. Der Krebsimpfstoff erfülle nicht mehr die Zeitvorgaben von Merck, dieses Mittel in naher Zukunft auf den Markt zu bringen, begründete Merck am Montag. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung mit Biomira wurden nicht mitgeteilt.

Merck hatte die Rechte an Theratope, einem Impfstoff gegen metastasierendem Brustkrebs, im März 2001 von Biomira erworben. Vergangenes Jahr hatten die Darmstädter mitgeteilt, dass Theratope bei einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie bei Frauen mit metastasierendem Brustkrebs die angestrebte Gesamtüberlebensdauer und die angestrebte Dauer bis zum Wiedereinsetzen der Erkrankung nicht erreicht hat. Nur bei Patientinnen, die gleichzeitig eine Hormonbehandlung erhielten, hatte sich eine positive Tendenz hin zu einer verbesserten Überlebensrate gezeigt.

Eigentlich war bei einem erfolgreichen Abschluss der klinischen Tests nach früheren Angaben von Merck geplant gewesen, Ende 2003 oder Anfang 2004 den Zulassungsantrag für Theratope zur Anwendung bei Brustkrebs zu stellen.

In den nächsten 30 Tagen wollen Merck und Biomira nun die vertraglichen Bedingungen für die Abtretung der Rechte aushandeln, teilten die Darmstädter weiter mit. Die laufende Zusammenarbeit mit Biomira bei der Entwicklung der anderen Substanz BLP25, die als Krebsimpfstoff zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms eingesetzt werden soll, werde durch die Entscheidung zu Theratope nicht berührt. BLP25 befindet sich nach früheren Angaben von Merck derzeit in der zweiten klinischen Phase der Erprobung am Menschen.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Merck-Aktie lag am Montagnachmittag mit 3,94 Prozent im Plus bei 51,15 Euro.

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