Aktie steigt
Adidas kann trotz Reebok punkten

Der Sportartikler Adidas hat im zweiten Quartal mit EM und Olympia im Rücken mehr Umsatz erzielt und den Gewinn stärker gesteigert als erwartet. Selbst das amerikanische Sorgenkind Reebok konnte die Herzogenauracher nicht bremsen. Anleger zeigten sich begeistert.

dpa-afx/ HB HERZOGENAURACH. Zwar litt die amerikanische Tochter Reebok nach wie vor unter der schwachen Entwicklung des US-Marktes. Die Grundlage für eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte sei aber gelegt, teilte der Konzern am Dienstag mit. Für die Stammmarke Adidas zeigte sich der Konzern optimistischer und hob das Umsatzziel an. Auch die Margen sollten auf Jahressicht besser ausfallen als bislang angenommen.

Die Adidas-Aktie legte am Vormittag um mehr als 5 Prozent zu. Börsianer hoben vor allem den besser als erwartet ausgefallenen Gewinn hervor. So stieg das Betriebsergebnis im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 208 Mill. Euro. Der auf Anteilseigner entfallende Konzerngewinn legte um zwölf Prozent auf 116 Mill. Euro zu. In beiden Fällen übertraf der Konzern die Schätzungen der von der Nachrichtenagentur dpa-afx befragten Analysten. Zwar hatte Adidas höhere Marketingaufwendungen für die Fußball-Europameisterschaft. Diese wurden jedoch durch andere Faktoren wie einem verbesserten Produktmix, einer Stärkung des eigenen Einzelhandels oder einer günstigen Steuerquote wieder wett gemacht.

Der Konzernumsatz verbesserte sich im Quartal um fünf Prozent auf 2,521 Mrd. Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Währungsbereinigt betrug das Plus 14 Prozent. Ausschlaggebend für den Zuwachs war die Marke Adidas, deren Erlöse um 11,2 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro stiegen. Reebok verbuchte ein Minus von 8,8 Prozent und Taylormade-Adidas Golf von 5,4 Prozent. Wachsen konnte der Konzern vor allem in Asien, Europa und Lateinamerika. In Nordamerika belief sich das Umsatzminus auf 20,4 Prozent. Hauptursache hierfür ist der schwache US-Markt, der die gesamte Branche in Atem hält. Seit die Schuhkette Foot Locker in die Krise gerutscht war und deswegen Läden schließt und Lagerbestände abbaut, mussten alle Sportartikelhersteller schwache Umsätze vermelden.

Besonders betroffen durch die USA-Schwäche war die amerikanische Tochter Reebok. Deren Auftragsbestände lagen Ende des zweiten Quartals konzernweit um 21 Prozent (bereinigt: 13) unter dem Niveau des Vorjahres. Die Marke adidas konnte um ein Prozent und auf bereinigter Basis um acht acht Prozent zulegen.

"Unsere Performance ist Weltklasse, insbesondere wenn man die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen bedenkt", kommentierte Vorstandschef Herbert Hainer die Ergebnisse. Zufrieden zeigte sich Hainer vor allem mit dem Abschneiden der Marke Adidas, die von der Fußball-EM profitieren konnte. Im Gesamtjahr soll die Stammmarke nun währungsbereinigt ein niedriges zweistelliges Umsatzplus aufweisen und nicht mehr nur ein hohes einstelliges Wachstum.

Der Gesamtkonzern soll weiterhin im hohen einstelligen Bereich wachsen. Auch für den Konzernüberschuss bestätigte Adidas die Prognose. Er soll um mindestens 15 Prozent über den 2007 erzielten 551 Mill. Euro ausfallen. Dafür wird die Bruttomarge nun bei 48 Prozent erwartet und damit am oberen Ende der Spanne. Die operative Marge soll rund zehn Prozent betragen. Bisher lag die Messlatte bei mindestens 9,5 Prozent.

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