Aktie steigt auf Rekordhoch
Analysten erwarten Bieterwettstreit um Puma

Puma steht kurz vor der Übernahme durch den Luxuskonzern PPR. Als Folge stieg der Aktienkurs des deutschen Sportartikelhersteller auf einen neuen Rekordwert. Für Analysten und Investmentbanker ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Sie schließen sogar ein Bietergefecht nicht aus.

ali/fas/rob/sce/som PARIS. Der französische Luxusgüter- und Handelskonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) will den deutschen Sportartikelhersteller Puma für 5,3 Mrd. Euro übernehmen. Für 330 Euro je Aktie haben die Franzosen sich bereits das 27-Prozent-Paket der Puma-Großaktionäre und Tchibo-Erben Günter und Daniela Herz gesichert.

Der Kurs der Puma-Aktie legte am Dienstag erneut zu und stieg um gut neun Prozent auf den Rekordwert von fast 344 Euro. Analysten und Investmentbanker erwarten eine Aufstockung der Offerte und schließen sogar ein Bietergefecht um das im MDax notierte Unternehmen nicht aus.

Auch die Versicherung von PPR-Chef François-Henri Pinault, das Angebot sei „definitiv“ und werde nicht erhöht, konnte die Kursphantasie nicht dämpfen. Beim Handel von Puma-Aktien gab es gestern auffällig hohe Umsätze. Bis zum Abend wechselten Aktien des Herzogenauracher Konzerns im Wert von 820 Mill. Euro den Besitzer. Das entsprach mehr als der Hälfte des gesamten Umsatzes im MDax. An einem gewöhnlichen Handelstag werden Puma-Aktien im Wert von rund 50 Mill. Euro gehandelt. Insgesamt beläuft sich das Angebot der Franzosen auf das 15,5fache des 2008 erwarteten Nettogewinns –aus Sicht vieler Analysten ist das deutlich zu wenig.

In Finanzkreisen hieß es, wegen des niedrigen Angebots der Franzosen könnte jetzt auch ein Bieterwettstreit um Puma entbrennen. Das Modehaus Esprit soll bereits zusammen mit Finanzinvestoren vor der französischen Offerte Interesse an dem nach Nike und Adidas weltgrößten Sportartikelausrüster gezeigt haben. Auch Louis Vuitton, das Flaggschiff des weltgrößten Luxuskonzerns LVMH, und der Sportausrüster-Weltmarktführer Nike gelten in Finanzkreisen als mögliche Bieter. Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz betonte allerdings, Nike sei noch nie an das Herzogenauracher Unternehmen herangetreten. Im Unterschied zu vielen Analysten bewertete Zeitz die französische Offerte als „fair“. Man werde den Aktionären empfehlen, das Angebot anzunehmen, sagte er. Bereits auf der heutigen Hauptversammlung will das Puma-Management für die PPR-Offerte werben. Die Angebotsfrist soll bis Anfang Juli laufen.

Zeitz betonte, PPR sei als einer der führenden Konzerne im Bereich Mode und Handel „der ideale Partner“ für Puma. Mit dem künftigen finanzstarken Partner komme Puma dem Ziel näher, die begehrteste Sportlifestyle-Marke der Welt zu werden. Mit dem Amtsantritt von Zeitz im Jahr 1993 schaffte Puma schrittweise den Wiederaufstieg zu einer Weltmarke. Zeitz verschmolz die Bereiche Sport und Mode und entwickelte Puma zu einer führenden Lifestyle-Marke. Zuletzt erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 2,4 Mrd. Euro und fuhr 263 Mill. Euro Gewinn ein. PPR besitzt die Nobelmarken Gucci und Yves Saint Laurent, betreibt aber auch Möbel- und Medienkaufhäuser. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr 17,9 Mrd. Euro um, strich 1,3 Mrd. Euro Gewinn ein.

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