Aktie steigt
VW bekräftigt seinen strikten Sparkurs

Der Volkswagen-Konzern will nach Worten von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder mit einem strikten Sparkurs, einer größeren Abdeckung der möglichen Modellvarianten und Produktionsverlagerungen gegen die anhaltende Flaute der Automobilkonjunktur ansteuern.

Reuters HAMBURG. Pischetsrieder bekräftigte bei einer Investorenkonferenz am Mittwoch in London nach Angaben von Analysten geplante Einsparungen im Produktionsprozess für das laufende Jahr in Höhe von einer Milliarde Euro. Darüber hinaus wolle Volkswagen seine Kapitalausgaben im laufenden Jahr um 700 Millionen Euro senken. Hochgerechnet auf fünf Jahre sind das der im Internet veröffentlichten Präsentation zu der Strategiekonferenz von VW zufolge rund drei Milliarden Euro. Der Einsatz von Modulen bei Fahrzeugmodellen soll gleichzeitig von derzeit zehn Prozent auf mehr als 50 Prozent ausgeweitet werden, um weitere Einsparungen zu erzielen.

Außerdem plant VW, Neuanläufe seiner Hauptmodelle künftig zwei Jahre auseinander zu halten. Branchenexperten hatten kritisiert, dass das aktuelle Golf-Modell lediglich ein Jahr vor dem Passat durch eine neue Variante ersetzt werden soll. Damit waren die beiden wichtigsten Umsatzträger von VW zuletzt weniger zugkräftig als neuere Modell von Konkurrenten. Dies hatte den Absatz von VW neben der ohnehin schwachen Autokonjunktur zusätzlich belastet. Im ersten Halbjahr hatte VW außer in China auf allen Märkten beim Absatz eingebüßt.

Patrick Juchemich, der für das Bankhaus Sal Oppenheim die Autobranche beobachtet, sagte nach der Analystenkonferenz, Pischetsrieder habe als Anlaufzeitpunkt für den neuen Passat Anfang 2005 bestätigt. Außerdem habe er ein neues Modell angekündigt, dass zwischen Passat und Phaeton angesiedelt werden solle. Dies solle Pischetsrieder zufolge keine klassische Limousine sein, sagte Juchemich.

Bora soll künftig auch in Mexiko gebaut werden

Zur Absicherung gegen Währungsrisiken wolle VW künftig verstärkt auch das „natürliche Hedging“ einsetzen und Autos in anderen Währungsgebieten herstellen. So habe Pischetsrieder angekündigt, den neuen Bora sowohl für die USA als auch für Europa in Mexiko zu bauen. Zurzeit wird der Bora vor allem im Hauptwerk in Wolfsburg und Bratislava gefertigt.

Zur Jahresmitte hatte der Wolfsburger Konzern wegen negativer Währungseffekte durch den starken Euro, Absatzproblemen in Folge der schwachen Konjunktur und hohen Aufwendungen für zahlreiche neue Modelle einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht.

Wie aus den Präsentationsunterlagen zu der Analystenkonferenz weiter hervorgeht, will Volkswagen die Abdeckung möglicher Modellvarianten von derzeit 80 Prozent bis 2005 auf 85 Prozent steigern.

Georg Stürzer von der HVB führte den Anstieg des VW-Kurses unter anderem auf die gute Präsentation von Pischetsrieder zurück. Die VW-Aktie legte bis zum Nachmittag zeitweise drei Prozent auf 39,50 Euro zu.

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