Aktie verliert deutlich
Druck auf Volkswagen nimmt zu

Der geplante Einstieg des Golf-Emirats Abu Dhabi bei Volkswagen ist am aktuell niedrigen Aktienkurs des Wolfsburger Autoherstellers gescheitert.

HB WOLFSBURG. „Über den Kaufpreis des Aktienpakets im Volumen von 9,8 Prozent des Kapitals war im aktuellen Kapitalmarktumfeld keine Einigung möglich“, teilte VW am Mittwoch mit. Der Wert des Pakets ist seit der Aufnahme der Gespräche über den Einstieg im April um ein Fünftel auf rund 1,3 Milliarden Euro gesunken.

„Unsere Aktie ist mehr wert als unser Partner bereit war zu bieten“, begründete ein VW-Sprecher den Abbruch. Abu Dhabi sollte nach dem Land Niedersachsen, das gut 18 Prozent an Volkswagen hält, zweitgrößter Aktionär werden.

Mit dem Geld wollte VW den Kauf von 50 Prozent an Leaseplan, der Flottenmanagement-Tochterfirma der niederländischen Bank ABN Amro, für rund eine Milliarde Euro finanzieren. Nun soll der Betrag aus dem laufenden Geschäft kommen. „Es ist kein Problem, das zu finanzieren“, sagte VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert am Rande der Tarifverhandlungen für 103.000 westdeutsche VW-Beschäftigte, die zugleich in Hannover begannen. Die Aktie von Europas größtem Autobauer lag 2,6 Prozent im Minus bei rund 32,50 Euro und war größter Verlierer im Deutschen Aktienindex.

Der VW-Vorstand und Regierungsvertreter Abu Dhabis hätten die Gespräche einvernehmlich beendet, hieß es. Die angelaufenen Projekte mit Abu Dhabi böten aber eine Basis für eine weitere intensive Zusammenarbeit. So sollen sich eine Investmentfirma des Emirats und die private saudische Olayan-Gruppe mit je 25 Prozent an LeasePlan beteiligen. Erst vergangene Woche hatten sich VW und der zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zählende Golfstaat auf ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Autoteilen und zur Montage von Lastwagen in Abu Dhabi geeinigt. Am Donnerstag sollte der VW-Aufsichtsrat abschließend über den Einstieg beraten.

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