Aktien beider Unternehmen legen zu: Spanien winkt Endesa-Übernahme durch Gas Natural durch

Aktien beider Unternehmen legen zu
Spanien winkt Endesa-Übernahme durch Gas Natural durch

Die spanische Regierung hat grünes Licht für die umstrittene Übernahme des Energiekonzerns Endesa durch den Konkurrenten Gas Natural gegeben. Aus dem 22,7 Mrd. Euro schweren Zusammenschluss soll der drittgrößte Energiekonzern in Europa hervorgehen. Die Regierung erließ am Freitag jedoch strenge Auflagen für die geplante Übernahme. Danach muss im Falle einer Großfusion das neue Unternehmen mehrere Kraftwerke verkaufen und zulassen, dass neue Anbieter als Konkurrenten auf den Markt kommen können.

HB MADRID. Der Schritt der Regierung war weitgehend erwartet worden, obwohl sich Endesa selbst sowie die spanische Wettbewerbsbehörde dagegen ausgesprochen hatten. „Das Geschäft ist im Interesse Spaniens, weil mit der Fusion eines der größten Unternehmen Europas entstehen wird“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega nach einer Kabinettssitzung am Freitag. Der Wettbewerb werde durch die Übernahme nicht belastet sondern vielmehr gefördert. In Endesa-Kreisen hieß es, das Unternehmen werde gegen die Entscheidung der spanischen Regierung Widerspruch einlegen.

Endesa-Aktien legten nach Bekanntgabe der Regierungsentscheidung zu und wurden am Nachmittag mit etwa 0,4 Prozent Aufschlag für gut 24,90 Euro gehandelt. Gas-Natural-Papiere gewannen knapp 1,6 Prozent an Wert und kosteten rund 24,70 Euro. Insgesamt verteuerten sich die Endesa-Papiere um etwa 30 Prozent seitdem die kleinere Gas Natural im September erstmals erklärt hatte, das Unternehmen übernehmen zu wollen.

Die Auflagen, die die spanische Regierung formulierte, sehen unter anderem vor, dass die fusionierte Gruppe 4300 Megawatt Stromerzeugungskapazität abgibt. Zudem muss Gas Natural seinen Anteil an dem Gashändler Enagas um ein Prozent von derzeit rund 15 Prozent reduzieren. Außerdem soll das Unternehmen Anteile verkaufen, die Endesa derzeit an Wiederverdampfungsanlagen hält. Gas Natural war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Gas Natural hatte im September bereits mitgeteilt, es sei bereit, zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit zwischen sieben und neun Mrd. Euro an Firmenwert an den spanischen Stromversorger Iberdrola zu verkaufen. Möglicherweise müsste sich damit aber die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union (EU) befassen, sagte der spanische Wirtschaftsminister Pedro Solbes am Freitag.

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