Aktien eingebrochen
Hochtief befürchtet Prognosen-Rückschlag für 2011

Mit der erwarteten Gewinnwarnung der australischen Tochter Leighton muss auch Bauriese Hochtief wohl von seiner Jahresprognose für 2011 abrücken, man gehe von einer „signifikanten Beeinträchtigung“ aus.
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Düsseldorf/MelbourneDer Bauriese Hochtief wird wohl von seiner Jahresprognose für 2011 abrücken müssen. Grund ist eine erneute Überprüfung des Ausblicks durch die australische Tochter Leighton, die am Donnerstag eine Aussetzung ihrer Aktien für bis zu zwei Handelstage beantragt hatte. Leighton will einen aktualisierten Ausblick vorlegen. Analysten erwarten eine Gewinnwarnung. Die Herabsetzung der Prognose bei Leighton sei offenkundig erheblich, sagte ein Branchenexperte. Der Mutterkonzern Hochtief geht nun selbst von einer „signifikanten Beeinträchtigung“ seiner Prognose für 2011 aus. Die Ziele für 2012 und 2013 seien aber voraussichtlich nicht betroffen. Hochtief-Aktien brachen am Morgen um mehr als fünf Prozent ein.

Leighton sieht sich mit Verspätungen bei zwei seiner größten Projekte konfrontiert. Bereits im Februar hatte das Unternehmen seine Gewinnerwartung für dieses Jahr heruntergeschraubt. Hochtief war zuletzt davon ausgegangen, dass der wichtige Unternehmensbereich Asien/Pazifik mit dem bisherigen Wachstumsträger Leighton 2011 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) auf Vorjahreshöhe zum Konzernergebnis beitragen würde. 2010 hatte der Bereich ein EBT von 512 Millionen eingefahren.  

Hochtief selbst hatte bislang für 2011 - abhängig vom Umfang und Ergebnis der Anteilsveräußerung der Flughafensparte Concessions - ein Vorsteuerergebnis von etwa einer Milliarde Euro und einen Konzerngewinn von etwa 600 Millionen Euro vorausgesagt. Für das Jahr 2012 erwartet der Konzern - abhängig von einem weiteren Anteilsverkauf - ein Vorsteuerergebnis von zirka einer Milliarde Euro und einen Konzerngewinn von etwa 500 Millionen Euro. 2013 strebt Hochtief ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde Euro und einen Konzerngewinn von zirka 450 Millionen Euro aus dem operativen Geschäft an.  

Die Turbulenzen bei Leighton kommen für Hochtief zur Unzeit - denn von sinkenden Hochtief-Kursen könnte der spanische Angreifer ACS profitieren und weitere Hochtief-Anteile übernehmen. ACS hatte jüngst erklärt, rund 41 Prozent der Hochtief-Anteile zu halten - und bis zur Hauptversammlung am 12. Mai weitere Aktien kaufen zu wollen. ACS will knapp über 50 Prozent der Hochtief-Anteile übernehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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