Aktien gehen auf Talfahrt
Börsenpanik trifft Rohstoffkonzerne

China hat den Rohstoff-Boom gemacht, China droht ihn zu zerstören. Die Befürchtung eines Konjunkturabschwungs im Reich der Mitte und anderen aufstrebenden Wirtschaftsmächten hat gestern die Aktien von Rohstoffkonzernen in den freien Fall gestoßen. Am Nachmittag lagen die Aktie der Minengiganten an der Londoner Börse durchweg zwischen zehn und 20 Prozent im Minus.

LONDON. Analysten halten die Panik jedoch für ungerechtfertigt. Der Rohstoffboom werde eine Pause einlegen, sei aber nicht zu Ende, sagen sie. Ein prominentes Opfer der Krise könnte allerdings die Mega-Fusion von BHP Billiton und Rio Tinto werden.

Rohstoffaktien zählen bereits seit Monaten zu den Verlierern an der Börse. Die Werte führender Minenkonzerne sind in London in den vergangenen sechs Monaten durchweg stärker eingebrochen als der FTSE- 100-Index, obwohl dieser von Finanztiteln stark nach unten gezogen wurde. Die Aktien des Weltmarktführers BHP Billiton sind gegenüber ihrem Jahreshoch im Frühjahr um fast 60 Prozent eingebrochen, Rio Tinto und Anglo American um je rund zwei Drittel und Xstrata sogar um drei Viertel.

Äußerungen führender Rohstoffmanager haben in den vergangenen Tagen die Angst der Anleger verstärkt. Gestern warnte der Chef des britisch-australischen Minenkonzerns Rio Tinto, Tom Albanese, dass die Nachfrage aus China nachlasse. „Die chinesische Wirtschaft legt eine Atempause ein“, sagte er.

„China ist gegen die Rezession in den OECD-Staaten nicht völlig immun, und wir werden Auswirkungen auf die chinesischen Exporte sehen“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Damit würde Chinas schier unstillbarer Hunger auf Industrie-Rohstoffe nachlassen. Ein weiteres Indiz dafür ist, dass der chinesische Aluminiumhersteller Chalco rund eine Million Tonnen Produktionskapazität stillgelegt hat.

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