Aktienbewertung bleibt Streitpunkt
Sanofi wird beweglicher

Im Übernahmekampf deutet Sanofi-Vorstandschef Dehecq Verhandlungsbereitschaft gegenüber Aventis an.

shf/rob/ant FRANKFURT. Trotz des wachsenden Widerstands der Gegenseite sehen Top-Manager des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Synthelabo die geplante Übernahme des Wettbewerbers Aventis als gesichert an. „Wir erwarten, die Transaktion planmäßig zum Ende des zweiten Quartals abzuschließen“, sagte Hanspeter Spek, Marketing- und Vertriebsvorstand von Sanofi, gestern in Frankfurt.

Firmenchef Jean-Francois Dehecq deutete zugleich an, dass Sanofi die Offerte für Aventis noch aufstocken könnte. „Wir werden sehen“, sagte er. Auf keinen Fall dürfte ein solcher Schritt aber erfolgen, bevor der Kapitalmarkt die Quartalszahlen der beiden Konzerne bewertet hat, die am 5. und 16. Februar vorgelegt werden. Sanofi setzt offenbar darauf, dass sich die Kursrelation danach wieder zu Gunsten der eigenen Aktie verbessert. Die französische Börsenaufsicht hat gestern mitgeteilt, die feindliche Übernahmeofferte von Sanofi zuzulassen.

Sanofi hat in der vergangenen Woche fünf eigene Aktien plus 69 Euro für jeweils sechs Aventis-Titel geboten. Seither ist der Aktienkurs von Aventis allerdings gestiegen, der von Sanofi gefallen. Daher ist aus der ursprünglichen Prämie für die Aventis-Aktionäre inzwischen ein Abschlag von gut 7 % geworden. Gestern gaben beide Aktien leicht nach.

Das Echo institutioneller Investoren bewertet das Sanofi-Managements bisher als zufrieden stellend. „Niemand stellt den Sinn dieser Fusion ernsthaft in Frage“, sagte Spek. An der Bewertung scheiden sich dagegen weiterhin die Geister. Fonds mit Aventis-Aktien lehnen das Angebot, wie Spek einräumte, eher als zu niedrig ab. Die eigenen Anteilseigner fürchteten dagegen, dass Sanofi zu viel für Aventis biete.

Aventis-Vorstandsmitglied Heinz- Werner Meier hat dagegen gestern auf einer Betriebsversammlung bekräftigt, dass der Konzern die Übernahme mit allen Mitteln abwehren wolle. „Unser Ziel heißt weiterhin: Wir wollen unabhängig bleiben“, sagte er unter dem Beifall von mehreren Tausend Aventis-Mitarbeitern.

Unterdessen werden erste klare Differenzen in den Strategien sichtbar. So setzt das Sanofi-Management darauf, mit einer besseren Vertriebsstrategie deutlich höhere Wachstumsraten für Aventis-Produkte zu erzielen. „Wir könnten auch die nicht-strategischen Produkte von Aventis wieder wachsen lassen“, argumentierte Sanofi-Chef Dehecq.

Aventis ist dagegen offenbar bestrebt, den Anteil dieser – überwiegend patentfreien – Altprodukte weiter zu reduzieren. So prüft der Konzern nach Informationen aus Finanzkreisen den Verkauf einer Reihe kleinerer Produkte im Volumen von 1,5 Mrd. Euro. Aventis wollte dies nicht kommentieren. Doch würde ein solcher Schritt zur Strategie des Konzerns passen, Randbereiche sukzessive zu veräußern. Zu den Verkaufskandidaten dürfte unter anderem die Sparte Dermatologie mit rund 400 Mill. Euro Umsatz gehören.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%