Aktiengeschäfte
Franzosen verhelfen VW zur Macht bei MAN

Anfang des Monats war Volkswagen mit 15 Prozent beim Maschinen- und Lkw-Bauer MAN eingestiegen, um im Übernahmepoker um Scania ein gehöriges Wort mitreden zu können. Doch woher stammten all die Aktien? Die Frage scheint jetzt geklärt. Ungeklärt ist dagegen, wie es weitergeht. Möglich ist, dass VW und MAN gemeinsame Sache machen und Scania in die Enge treiben.

HB/cha/hof/hst FRANKFURT. Der französische Versicherungskonzern Axa hat sich von einem Großteil ihrer MAN-Aktien getrennt. Wie der Münchener Industriekonzern am Freitag in einer Finanzanzeige mitteilte, hat der Stimmrechtsanteil des französischen Versicherungskonzerns am 29. September die meldepflichtigen Schwellen von 10 und 5 Prozent unterschritten und letztlich nur noch 3,24 Prozent betragen.

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires sind die Papiere an VW gegangen. Etwa zwei Drittel des zugekauften 15-prozentigen MAN-Anteils stammten von Axa, sagten zwei mit der Transaktion vertraute Personen. VW hat damit Axa als größte Aktionär von MAN abgelöst. Eine VW-Sprecherin wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Bei Axa war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Volkswagen hat sich im Zuge des Übernahmepokers um Scania bei MAN eingekauft. Der Münchener Lkw-Hersteller will seinen schwedischen Konkurrenten aufkaufen, um einen neuen Lastwagen-Konzern zu schaffen. Dadurch hat MAN gleich zwei Interessen von Volkswagen berührt: Zum einen ist VW der größte Scania-Aktionär; zum anderen besitzt Volkswagen in Brasilien ein eigenes Lkw-Geschäft. VW-Chef Bernd Pischetsrieder will nun die Gunst der Stunde nutzen und einen Lkw-Giganten mit MAN, Scania und der eigenen Lastwagen-Sparte schmieden. Als Großaktionär sowohl bei Scania, als auch bei MAN hat er dazu die passenden Druckmittel in der Hand.

Heiße Phase im Kampf um Scania

Der Übernahmekampf, den MAN vor dreieinhalb Wochen eröffnete, ist am Donnerstag in die entscheidende Phase gegangen. MAN hat für etwa 900 Mill. Euro Scania-Aktien gekauft. Mit einem Stimmrechtsanteil von 14,3 Prozent sind die Münchener inzwischen drittgrößter Aktionär des schwedischen Konkurrenten. Gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern hält MAN nun fast die Hälfte der Stimmrechte von Scania. Die Position des Scania-Managements, das die Offerte weiterhin als feindlich einstuft, wird dadurch schwieriger.

Im Zuge des Aktienkaufs stockte MAN das laufende Angebot für Scania von 9,6 Mrd. auf gut 10 Mrd. Euro auf. MAN-Chef Håkan Samuelsson begründete den Vorstoß damit, dass die Scania-Führung die Einladung zu freundschaftlichen Verhandlungen nicht angenommen habe. Nach Informationen des Handelsblatts hat sich Samuelsson am vergangenen Montag noch einmal schriftlich an die Scania-Führung gewandt und vergeblich um Verhandlungen nachgesucht.

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