Aktienkurs sinkt
K+S hakt besseres Düngemittelgeschäft ab

K+S hat seine Hoffung auf einen Erholung der Düngemittelnachfrage in diesem Jahr begraben. Der Salz- und Düngemittelhersteller geht inzwischen davon aus, dass Umsatz und Gewinn 2009 noch stärker zurückgehen als befürchtet. An der Börse kam das gar nicht gut an.

HB FRANKFURT. Der Konzern hatte für das laufende Jahr bereits einen spürbaren Umsatz- und Ergebnisrückgang prognostiziert, aber auf eine Erholung der Kali- und Magnesiumdüngemittelnachfrage im zweiten Halbjahr gesetzt. „Auch mit Blick auf die in wenigen Wochen bevorstehende Herbstdüngung gibt es bisher keine Anzeichen für eine signifikante Nachfragebelebung in Europa“, erklärte der Vorstand nun. Viele Landwirte hatten zuletzt unter anderem wegen rückläufiger Getreidepreise weniger Düngemittel bestellt.

K+S-Aktien weiteten nach der Nachricht ihre Kursverluste aus und waren mit einem Minus von mehr als 13 Prozent mit Abstand größter Verlierer im Dax. Erneute Produktionskürzungen beim Konkurrenten Potash hatten die Papiere bereits belastet. Der weltgrößte Düngemittelhersteller aus Kanada hatte am Vortag mitgeteilt, seine Produktion unter um weitere 800 000 Tonnen zu drosseln. Potash rechnet aber im Gegensatz zu K+S wieder mit einer anziehenden Nachfrage im zweiten Halbjahr.

K+S reduzierte seine Absatzerwartung für dieses Jahr auf 4,0 bis 4,5 Mio. Tonnen, nachdem bislang noch ein Absatz von knapp sechs Mio. Tonnen erwartet worden war. Nachdem die Produktion bereits in der ersten Jahreshälfte um zwei Mio. Tonnen gedrosselt wurde, steht im zweiten Halbjahr eine weitere Reduzierung um bis zu zwei Mio. Tonnen an. Auch bei den Preisen muss der Konzern deutliche Abstriche machen: Für eine Tonne Kaliumchlorid will K+S in Europa nun noch 435 Euro verlangen - bislang kostete diese 555 Euro.

Im Sog von K+S gaben auch die Aktien der europäischen Konkurrenz deutlich nach. Die Papiere des Schweizer Agrarchemiekonzerns Syngenta verloren 3,4 Prozent, in Norwegen gaben die Titel von Yara um sieben Prozent nach. „Die tiefere Prognose von K+S zieht den ganzen Sektor nach unten“, sagte ein Händler.

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