Aktienkurs steigt kräftig - Biotech-Unternehmen profitiert von Pharmapartnern
Morphosys schreibt endlich schwarze Zahlen

Das Münchener Biotechnologieunternehmen Morphosys überrascht mit einer positiven Geschäftsentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Unter dem Strich verdiente Morphosys im vergangenen Jahr 500 000 Euro.

mwb MÜNCHEN. „Nach vorläufigen Zahlen haben wir die Gewinnschwelle ein Jahr früher erreicht als erwartet“, teilte Finanzchef Dave Lemus mit. Die Aktie des Unternehmens machte am Montag einen deutlichen Kurssprung von über acht Prozent auf gut 44 Euro. Sie zählte damit zu den Gewinnern im Technologiewerte-Index Tec-Dax.

Unter dem Strich verdiente Morphosys im vergangenen Jahr 500 000 Euro. Im Vorjahr hatte hier noch ein Verlust von 4,1 Mill. Euro gestanden. Das zeige endlich, dass eine deutsche Biotechfirma auch profitabel arbeiten könne, kommentierten Analysten. Morphosys profitiert von der Kooperation mit Novartis. Der Schweizer Konzern hält knapp zehn Prozent an Morphosys. 2004 wurde eine Zusammenarbeit mit den Münchnern bei der Antikörperforschung beschlossen.

Der Umsatz von Morphosys stieg auf 22 (Vorjahr: 15,3) Mill. Euro. Das Management hatte bislang 21 Mill. Euro prognostiziert. Die liquiden Mittel kletterten von 23 auf 37 Mill. Euro.

Morphosys entwickelt und wendet Technologien zur Herstellung künstlicher Antikörper für die Medikamentenforschung an. 2003 hatte das Unternehmen sein Geschäft umgebaut und entschieden, Substanzen nicht mehr selbst in die klinische Forschung zu bringen. Wie viele Biotech-Firmen musste sich Morphosys von ursprünglich hochtrabenden Plänen verabschieden, weil schlicht das Geld nicht mehr gereicht hätte. Der Schritt war an der Börse zuerst mit Enttäuschung aufgenommen worden, inzwischen konnte sich Morphosys aber behaupten. Binnen eines Jahres hat sich der Aktienkurs fast verdreifacht.

Das Unternehmen aus der Biotech-Hochburg Martinsried setzt seither auf Kooperationen mit anderen Firmen, die Lizenzen für Substanzen kaufen und somit die kostspieligen klinischen Studien finanzieren. Dafür erhält Morphosys dann Zahlungen für erreichte Forschungsziele und Umsatzbeteiligungen, sollte aus der Entwicklung ein Produkt auf den Markt kommen. Derzeit kooperiert Morphosys neben Novartis mit Pfizer. Auch die deutschen Pharmaunternehmen Schering, Bayer und Boehringer Ingelheim nutzen die Technologie von Morphosys. Inzwischen hat sich die Zahl Antikörperprogramme von 17 auf 24 erhöht.

Der weltweite Markt für Antikörper wird auf 800 Mill. Euro geschätzt. Im Januar hatte Morpohosis angekündigt, die Biogenesis Group zu übernehmen, um auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Am 25. Februar will Morphosys endgültige Zahlen für die Geschäftsentwicklung 2004 vorlegen.

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