Aktienrückkauf
Thyssen-Krupp will Anschluss nicht verlieren

Mit dem am Montag angekündigten Aktienrückkauf bereitet der Industriekonzern Thyssen-Krupp den Boden für Zukäufe. Immerhin steht die Branche nach der Fusion der beiden Stahlkonzerne Arcelor und Mittal unter Druck, sich aktiv an der Konsolidierung zu beteiligen und nachzuziehen.

HB DÜSSELDORF. „Wir wollen neue und schnelle Handlungsalternativen schaffen und die Flexibilität erhöhen“, sagte Finanzchef Stefan Kirsten am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Thyssen-Krupp will bis zu fünf Prozent oder rund 25,72 Mill. eigene Aktien zurückkaufen. Beim jetzigen Aktienkurs läge der Preis bei über 700 Mill. Euro. Die Titel von Thyssen-Krupp trieben am Dienstag auch den Dax an und schlossen über drei Prozent im Plus.

Der Rückkauf, der bereits im Januar von der Hauptversammlung für den Zeitraum von 18 Monaten genehmigt worden sei, stehe vor keinem konkreten Hintergrund, sagte Kirsten. Ein Sprecher betonte, es gebe keine speziellen Pläne für einen Zukauf. Nach der Fusion der beiden Stahlkonzerne Arcelor und Mittal Steel steht die Branche unter Druck, sich aktiv an der Konsolidierung zu beteiligen und nachzuziehen. Auch Thyssen-Krupp will den Anschluss dabei nicht verlieren. Über mögliche Ziele schwiegen sich die Düsseldorfer aber aus.

Eine Fusion mit dem britischen Konkurrenten Corus hatte Thyssen-Krupp vor einiger Zeit verworfen. Der Fokus richtet sich stattdessen auf Zukäufe im Bereich Qualitätsstahl. Dazu passt das Interesse des deutschen Marktführers an einer Übernahme des kanadischen Stahlkochers Dofasco. Doch der Deal steht auf der Kippe: Mittal hat Thyssen-Krupp zwar für den Fall einer erfolgreichen Fusion mit Arcelor stets den Verkauf von Dofasco zugesagt. Arcelor will aber an seiner kanadischen Beteiligung festhalten. Auf der ersten gemeinsamen Sitzung von Arcelor und Mittal soll Klarheit geschaffen werden.

In welchem Zeitraum die Commerzbank, die mit dem Rückkauf der Thyssen-Aktien beauftragt werden soll, die Papiere erwerben wird, ist unklar. „Es ist vorgesehen, dass die Bank die Entscheidungen über den Zeitpunkt des ausschließlich über die Börse erfolgenden Erwerbs der Aktien unabhängig und unbeeinflusst von der Gesellschaft trifft“, hieß es in der Mitteilung von Montagabend. Eine Sprecherin sagte, der Auftrag an die Commerzbank sei noch nicht erteilt worden. Man rechne aber damit, dass von dem Moment der Auftragsvergabe an der Prozess innerhalb von sechs bis acht Wochen abgewickelt werde.

Seite 1:

Thyssen-Krupp will Anschluss nicht verlieren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%