Aktienrückkaufpläne begeistern
Glaxo tritt auf der Stelle

Europas größter Pharmakonzern Glaxo Smithkline muss wegen enttäuschender Umsätze mit dem Diabetes-Mittel Avandia ein gebremstes Gewinnwachstum hinnehmen.

HB LONDON. Im zweiten Quartal stagnierte das Vorsteuerergebnis bei umgerechnet 2,84 Milliarden, wie das britische Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf rund 8,5 Mrd. Euro. Neben dem von negativen Studienergebnissen belasteten Mittel Avandia drückte auch das starke Pfund auf die Erlöse. Dazu kam bei einigen älteren Präparaten des Pharmariesen der scharfe Wettbewerb durch Nachahmermedikamente in den USA.

Um die Investoren trotz fehlenden Gewinnwachstums bei der Stange zu halten, kündigte das Management an, das Aktienrückkaufprogramm in den kommenden beiden Jahren auf zwölf Mrd. Pfund auszuweiten. Der Umfang des Programms sei ohne Beispiel in der Pharmabranche, sagte Konzernchef Jean-Pierre Garnier. Auch beim Nachschub an neuen Medikamenten gab sich der Manager optimistisch. Bis zu 25 Produktstarts in den Jahren 2007 bis 2009 seien möglich. Investoren nahmen die Ankündigungen positiv auf: Die Glaxo-Aktie legte in London bis zum Nachmittag vier Prozent auf 12,95 Pfund zu.

Den Geschäftsausblick für 2007 bekräftigte Glaxo zwar, warnte jedoch, dass sich dies ändern könne. Glaxo rechnet bislang für dieses Jahr mit einem Ergebniswachstum von acht bis zehn Prozent unter der Annahme konstanter Wechselkurse. Die weitere Geschäftsentwicklung sei aber abhängig von den Untersuchungen der US-Behörden zu Avandia, nachdem in einer Studie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko bei Einnahme des Mittels festgestellt worden war. Avandia liegt in der Rangliste der umsatzstärksten Mittel des Konzerns auf Platz zwei. Seit der Veröffentlichung der Studie am 21. Mai sind Ärzte bei der Verschreibung des Präparats indes deutlich zurückhaltender geworden. Das führte im zweiten Quartal zu einem Umsatzeinbruch bei dem Mittel um 22 Prozent, obwohl Glaxo den Ergebnissen der Studie vehement widersprochen hat.

Am 30. Juli soll nun ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde FDA die Sicherheit des Medikaments genauer unter die Lupe nehmen. Analysten gehen davon aus, dass die weitere Zukunft des Präparats sehr stark davon abhängt, zu welchen Ergebnissen das Gremium kommt. Glaxo-Chef Garnier stellte in Aussicht, das Unternehmen werde auf diesem Treffen neue Daten zu dm Medikament vorstellen, die „wichtige neue Informationen“ enthielten.

Für die weltweit führenden Konzerne der Pharmabranche ist die Berichtssaison bislang insgesamt positiv verlaufen. Für Enttäuschung sorgte allerdings Branchenprimus Pfizer aus den USA. Der Grund war ein deutlicher Umsatzrückgang bei dessen Top-Medikament Lipitor.

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