Aktiensplit geplant: Henkel stellt Margenziel in Frage

Aktiensplit geplant
Henkel stellt Margenziel in Frage

Der Konsumgüterhersteller Henkel hat sich von seinem mittelfristigen Margenziel distanziert.

dpa-afx DÜSSELDORF. "Es steht ein großes Fragezeichen dahinter, ob wir bis 2008 unser Ziel von zwölf Prozent Umsatzrendite erreichen", sagte Finanzvorstand Lothar Steinebach am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. "Wir werden alles dafür tun, dieses Ziel dennoch zu erreichen oder ihm nahe zu kommen."

Zuvor hatte Unternehmenschef Ulrich Lehner betont, es gelte, "weiteres Potenzial zur Margen-Verbesserung zu identifizieren". "Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unser Ziel zu erreichen", sagte er. Neben organischem Wachstum setzt Lehner dabei auf eine Verbesserung der Bruttomarge und weitere Effizienzsteigerungen.

Den Ausblick auf das laufende Jahr bekräftigten die Düsseldorfer. Zudem will Henkel die Aktie für Privatanleger attraktiver machen. Der Konsumgüterspezialist kündigte einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu drei an. In den vergangenen drei Jahren hatte sich die Henkel-Aktie auf zwischenzeitlich 120 Euro verdoppelt. Zuletzt wurde die Aktie eine der teuersten im Dax . Bis zum frühen Dienstagnachmittag verbilligte sich der Titel um 2,62 Prozent auf 112,40 Euro. Damit schnitt er etwas schwächer als der Markt ab.

Ausblick UnverÄNdert Trotz Kritik

Am Ausblick für das laufende Jahr hält Henkel fest. Mitte Februar hatte Henkel den Markt mit diesem Ausblick enttäuscht, da Analysten nach einem starken Vorjahr höhere Ziele erwartet hatten. 2007 peilt Henkel weiter organisches Wachstum zwischen drei und vier Prozent an. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie der Gewinn je Aktie sollen oberhalb dieses Wachstums liegen. "Henkel macht sich mit den zurückhaltenden Prognosen nicht nur Freunde", sagte Jacqueline Lerique von BNP Paribas. "Es ist gut, eigene Ziele zu übertreffen. Gefährlich ist, den Markt mit unnötig niedrigen Prognosen zu verunsichern."

Finanzvorstand Steinebach sieht in diesem Jahr stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. "Die Entwicklung des privaten Verbrauchs in Westeuropa ist positiv, in den USA verhaltener", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz. Rohstoffkosten, die im vergangenen Jahr deutlich gestiegen waren, dürften 2007 nur noch geringfügig zulegen. Die Bauindustrie werde in Osteuropa weiter wachsen. In Westeuropa soll sie sich weiter erholen, in den USA dürfte sie sich stabilisieren. Für die industrielle Produktion in den Branchen Auto, Elektronik, Metall und Verpackung sieht Steinebach langsameres Wachstum.

2006-Zahlen BESÄTigt

Zudem bestätigte Henkel die Ergebnisse für das vergangene Jahr. 2006 erhöhte sich das Ebit um 11,7 Prozent auf 1,298 Mrd. Euro. Unterm Strich wuchs der Gewinn um 13,1 Prozent auf 871 Mill. Euro. Den Umsatz verbesserten die Düsseldorfer um 6,4 Prozent auf 12,74 Mrd. Euro. Käufe und Verkäufe glichen sich weitgehend aus. Das höchste Wachstum hatte Henkel in Osteuropa und Asien, den Löwenanteil von Umsatz und Ebit erzielt Henkel weiterhin in Westeuropa und Nordamerika.

Alle Unternehmensbereiche steigerten ihren Umsatz organisch. Bei den großen, bekannten und renditestarken Sparten Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflege lagen die Wachstumsraten mit 3,7 und 4,1 Prozent zwar unter dem Schnitt. In diesen beiden Sparten erzielte Henkel mit 449 und 359 Mill. Euro allerdings weiterhin den Löwenanteil des Gewinns vor Zinsen und Steuern.

Klebstoffsparten MIT Hohem Wachstum

Die umsatzstärkste Sparte Wasch- und Reinigungsmittel wuchs um 0,7 Prozent auf 4,117 Mrd. Euro. Hier schlug der Verkauf des branchenfremden Nahrungsmittelgeschäfts ins Gewicht, welches Henkel bei der Dial-Übernahme zugefallen war. In Westeuropa einschließlich Deutschland zog das Geschäft nach einer Flaute wieder an. Das höchste Wachstum verzeichnete der Hersteller von Pril und Persil in Osteuropa. Mit Kosmetik und Körperpflege wuchs Henkel um 8,9 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro Umsatz. Dank des starken Wachstums in Ost- und Westeuropa verbesserte sich das Ebit um 11,7 Prozent. In Nordamerika profitierte Henkel von der Integration der von Gillette übernommenen Deo-Marken.

In den beiden Klebstoffsparten, welche Henkel zusammenlegt, wuchs Henkel 2006 organisch schneller als mit den renditestärkeren Sparten Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflege. Mit Klebstoffen für Konsumenten und Handwerker stieg der Umsatz organisch um 7,8 Prozent. Auch hier war Osteuropa Wachstumstreiber. Aber auch in Lateinamerika, Asien und Nahost wuchs Henkel überdurchschnittlich. In den Stammmärken Westeuropas und Nordamerikas war das Tempo geringer. In Nordamerika litt Henkel unter der Flaute im Hausbau.

Mit Industrieklebern (Henkel Technologies) verzeichnete Henkel mit 8,9 Prozent das höchste organische Wachstum aller Sparten. Bei Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal hatte Henkel noch mitgeteilt, das wichtige Geschäft mit amerikanischen Autobauern sei schwieriger geworden und habe auf die Marge gedrückt.

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