Aktienverkäufe: BASF kappt die Verbindung zu K+S

Aktienverkäufe
BASF kappt die Verbindung zu K+S

Mit einem Aktienverkauf in Milliardenhöhe will der Chemieriese BASF seine Schulden abbauen und die enge Bindung zum ehemaligen Tochterunternehmen K+S aufgeben. Die Anteile sollen an einen strategischen Investor gehen.
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FrankfurtDer Chemieriese BASF kappt die Verbindungen zu seiner ehemaligen Tochtergesellschaft K+S. Der Ludwigshafener Konzern will am Freitag Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers im Wert von mehr als einer Milliarde Euro auf den Markt werfen und damit seine restliche Beteiligung von 10,3 Prozent abstoßen. 

Dass die Kooperation beider Unternehmen abnimmt, zeichnete sich ab: BASF kündigte Anfang März an, Großteile seines Geschäfts mit Stickstoffdünger zu verkaufen, der bisher von K+S zusammen mit deren Kalidünger vertrieben wird. K+S-Chef Norbert Steiner hat als möglicher Käufer der Düngemittelanlagen von BASF abgewinkt. 

Steiner hatte in der Analystenkonferenz am Donnerstag klar gemacht, dass K+S Ende 2014 aus dem Bereich wohl ganz aussteigen wird, wenn die Lieferverträge mit BASF auslaufen. „BASF hat erklärt, die Geschäfte an einen strategischen Investor verkaufen zu wollen, der somit höchstwahrscheinlich ein Konkurrent von uns sein wird“, sagte er. „Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieses Geschäft in unseren Händen über 2014 hinaus weiterlaufen wird.“ K+S ist gerade dabei, sein Geschäft mit Blumenerde und Gartendünger mit der Marke „Compo“ zu verkaufen, das ein Teil der K+S-Stickstoffdüngersparte ist. 

Dennoch kam der abrupte Ausstieg für K+S überraschend: Wenige Stunden vor der Ankündigung hatte Steiner Reuters Insider TV auch mit Verweis auf BASF gesagt, sein Unternehmen brauche keinen neuen Ankerinvestor, falls der andere Großaktionär EuroChem aussteigen sollte. EuroChem hatte seinen Anteil zuletzt von rund 15 auf knapp unter 14 Prozent abgebaut. 

Viele Analysten gehen davon aus, dass die Russen weitere Anteile verkaufen werden. BASF hatte sein Paket 2003 auf rund zehn Prozent reduziert und war damit zweitgrößter Anteilseigner. Zum geplanten Ausstieg des Chemieriesen sagte ein K+S-Sprecher: „Wir nehmen das zur Kenntnis und respektieren den Schritt.“ Die Investmentbank Bank of America/Merrill Lynch will noch vor dem Wochenende bis zu 19,7 Millionen K+S-Aktien von BASF bei institutionellen Investoren platzieren. Das Aktienpaket ist zum Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag 1,07 Milliarden Euro wert. Im Frankfurter Parketthandel fielen K+S um fünf Prozent auf 52,60 Euro. 

BASF will mit dem Erlös Schulden abbauen, die sich Ende 2010 auf 13,5 Milliarden Euro beliefen. „Das ist ein logischer Schritt für BASF, sich von Beteiligungen außerhalb des Kerngeschäfts zu trennen. Das K+S-Paket führte zu nichts“, sagte Händler Joe Rundle von ETX Capital in London.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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