Aktienverkäufe der Mitarbeiter
EADS im Visier der Ermittler

Der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS kommt nicht zur Ruhe. Die französische Börsenaufsicht AMF hat nach Durchsuchungen von Räumen bei Airbus die Namen von 800 Mitarbeitern festgestellt, die beim Verkauf von EADS-Aktien möglicherweise von Insider-Wissen profitiert haben.

HB PARIS. Unter Verdacht stehen auch zahlreiche Top-Manager wie die neue Nummer zwei von Airbus, Fabrice Brégier; der Chef der Verteidigungsssparte, Stefan Zoller, Francois Auque, Chef von EADS Space, Jean-Paul Gut, der Strategie-Vorstand von EADS und Ex-EADS-Chef Noël Forgeard. Dies berichtet die Tageszeitung „Le Monde“.

Sie alle haben zwischen Frühjahr 2006 und dem 13. Juni EADS-Aktien verkauft – also vor dem Datum, an dem offiziell die erneute Verspätung beim Superairbus A380 bekannt wurde. Die Nachricht hatte einen Kurssturz von 26 Prozent ausgelöst.

Die Börsenaufsicht AMF erklärte, dass sie niemals laufende Ermittlungen kommentiere. Ein EADS-Sprecher sagte: „Wir unterstützen die AMF in all ihren Bemühungen.“

Nach wie vor ermitteln die Börsenaufseher auch gegen die EADS-Aktionäre Daimler-Chrysler und Arnaud Lagardère. Beide hatten im April bekannt gegeben, ihre EADS-Anteile um jeweils 7,5 Prozentpunkte zurück fahren zu wollen.

Die betroffenen EADS-Manager beteuern unisono ihre Unschuld. Sie verweisen darauf, dass Verkäufe von Aktienpaketen alle vom zuständigen Finanzvorstand Hans-Peter Ring genehmigt werden müssen. Anschließend veröffentlicht EADS alle Aktienverkäufe des Top-Managements auf seiner Homepage.

Die AMF soll laut „Le Monde“ ermittelt haben, dass es bereits im Februar/März 2006 erste Anzeichen dafür gegeben habe, dass der in Aussicht gestellte Lieferplan für die A380 nicht mehr zu halten sei. Genau in diese Zeit falle indes der Großteil der fraglichen Aktienverkäufe.

Auch der konzertierte Rückzug aus dem Kapital von EADS durch Daimler-Chrysler und Lagardère vom April wirft vor diesem Hintergrund Fragen auf. Arnaud Lagardère hat indes öffentlich erklärt, bei den Verkäufen von keinen privilegierten Informationen profitiert zu haben. „Vor die Wahl gestellt, als ein Betrüger oder als unfähig zu gelten, bevorzuge ich die zweite Version“, hatte er in einem Interview gesagt.

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