Aktienverkauf
Thyssen-Krupp findet kaum Käufer

Durch den Verkauf eigener Aktien hat sich der Industriekonzern frisches Kapital beschafft. Doch bei dem Deal gab es einen großen Verlierer.
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DüsseldorfDie Emission von fast 50 Millionen Thyssen-Krupp-Aktien ist teilweise gescheitert. Nur rund 70 Prozent der Papiere wurden zu einem Preis von 32,95 Euro an Investoren verkauft, den Rest übernahmen die drei beteiligten Investmentbanken Deutsche Bank, Commerzbank und HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Sie sitzen nun auf 30 Prozent der Aktien", sagte ein Frankfurter Investmentbanker dem Handelsblatt. "Das sind rund 700 Millionen Euro - und das kostet sie jetzt richtig Geld".

Die Banken tragen nun alle weiteren Kursverluste, solange sie die Anteilsscheine in ihren Büchern haben. Und eine Aktie, die nicht platziert werden konnte, gerät oftmals heftig unter Druck.

Der Grund für die verpatzte Emission ist laut Branchenkreisen ein zu aggressives Verhalten der Banken. Sie hätten die Preisspanne, sie lag zwischen 32,95 Euro und 33,95 Euro, zu hoch angesetzt. Thyssen-Krupp kann das zwar vordergründig egal sein - denn die Abnahme der Aktien zum Preis von 32,95 Euro hatten die Banken vorab garantiert. Allerdings ist der Vorgang nicht gerade ein Vertrauensbeweis für die Investoren des Unternehmens. Insofern hat der Vorgang möglicherweise Nachwirkungen - denn Thyssen-Krupp erwägt auch den Börsengang seiner Edelstahlbranche.

Wolfgang Reuter
Wolfgang Reuter
Handelsblatt / Ressortleiter

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