Aktionäre dürfen auf höhere Dividende hoffen
Salzgitter hebt Gewinnprognose an

Wegen des anhaltenden Stahlbooms wird Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter sein für dieses Jahr angepeiltes Gewinnziel voraussichtlich leicht übertreffen. Die durch den Boom ausgelöste Stahlknappheit verursacht dem niedersächsischen Konzern in seinem Röhrengeschäft aber Umsatzausfälle.

HB ISTANBUL. Eine durch die hohe Nachfrage ausgelöste Knappheit des Werkstoffs bringt Salzgitter aber im Großrohrgeschäft Umsatzeinbußen. Die Aktionäre dürfen trotzdem auf eine höhere Dividende hoffen.

„Man kann jetzt sicherlich von einem Ergebnis von 160 Mill. € ausgehen“, sagte Vorstandschef Wolfgang Leese am Wochenende vor Beginn des Weltstahlkongresses in Istanbul. Vor allem die Entwicklung der Monate August und September habe Anlaß zu dieser optimistischeren Einschätzung gegeben. Dass Salzgitter von den durch den weltweiten Stahlboom verursachten sehr hohen Stahlpreisen nicht mehr profitiert, liege an den langfristigen Lieferverträgen mit großen Kundengruppen, allen voran der Automobilindustrie. Im umsatzstärksten Stahlgeschäftszweig Flachprodukte (Bleche) macht Salzgitter bislang die Hälfte des Umsatzes mit dieses Großkunden. Bislang hatte Salzgitter für 2004 einen Gewinn möglichst nahe der 160-Millionen-Marke in Aussicht gestellt. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern einen Gewinn vor Steuern von 81,7 Mill. €, 2003 allerdings nur von insgesamt 44 Mill. € erwirtschaftet.

Aktuell stünden keine Neuverhandlungen von langen Lieferverträgen mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren an, sagte Leese. Mit einem großen Autobauer werde allerdings nachverhandelt. Bislang gibt es, anders als etwa in der Energiewirtschaft, bei diesen Verträgen keine Anpassungsklauseln, die eine Preiserhöhung ermöglichten. „Aber die Stahlindustrie ist lernfähig“, deutete Leese solche Klauseln in künftigen Verträgen an.

Die hohe Stahlnachfrage wird derzeit vor allem von der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China ausgelöst. Deren Bedarf an Roh- und Werkstoffen aller Art hat aber auch die Preise für die zur Stahlherstellug benötigten Rohstoffe wie Erz oder Kohle stark steigen lassen. Diese höheren Kosten können die Stahlunternehmen nur auf dem sogenannten Spot-Markt direkt an ihre Abnehmer weitergeben.

Im Röhrengeschäft verzeichnet Salzgitter ebenfalls eine hohe Nachfrage. Grund ist unter anderem der hohe Ölpreis, der die Exploration vorantreibt. „Das (die Nachfrage) geht auf ein Allzeithoch hin“, sagte Leese. Die Nachfrage nach Röhren werde sogar noch weiter steigen. Für Salzgitter ist angesichts der Knappheit an Stahl aber nur begrenztes Wachstum möglich. „Wir könnten bis zu 600 000 Tonnen mehr produzieren, wenn wir dazu den Stahl hätten“, sagte er. Bei einem Tonnenpreis von 700 bis 800 € bedeutete dies 350 Mill. mehr an Umsatz. „Wir könnten bei den Aufträgen den Preis selber einsetzen, aber wir haben keinen Rohstahl“, beschreibt der Vorstandschef die Situation.

Angesichts des zu erwartenden guten Ergebnisses und der verfolgten Politik der Dividendenkontinuität stellte Leese auch wieder eine höhere Dividende in Aussicht. „Damit gehen wir jetzt wieder hoch, das ist klar“, sagte er. Für 2003 hatte Salzgitter angesichts eines damaligen Gewinnrückgangs die Ausschüttung je Aktie auf 25 Cent von zuvor 34 Cent zurückgenommen.

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