Aktionäre geben grünes Licht
Weg frei für Akzo-Aufspaltung

Für die geplante Aufspaltung in zwei unabhängige Gesellschaften hat der niederländische Chemie- und Pharmakonzern Akzo Nobel grünes Licht von seinen Aktionären bekommen. Offenbar will zudem auch der Konkurrent Altana einen Bereich abspalten. Marktgerüchte über einen bevorstehenden Verkauf der Pharmasparte gaben den Aktien von Altana Auftrieb.

HB ARNHEIM. Auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung stimmten am Donnerstag 99,99 Prozent der Anteilseigner für das Vorhaben. Akzo will bis Anfang kommenden Jahres zunächst 20 bis 30 Prozent des Pharmabereichs Organon BioSciences an die Börse bringen. Die vollständige Trennung soll binnen zwei bis drei Jahren erfolgen. Vergangenen Monat hatte Akzo erklärt, der Gang an den Kapitalmarkt könne aber auch etwas früher stattfinden. Analysten bewerten die Pharmasparte derzeit mit acht bis neun Milliarden Euro, womit der dann börsengelistete Teil mit bis zu 2,7 Milliarden Euro taxiert würde.

Akzo ist im Chemiebereich nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Lacken und Beschichtungen. Die 1923 gegründete Pharma-Sparte war dagegen zuletzt nur ein kleinerer Wettbewerber unter den international tätigen Arzneimittelherstellern.

Mit der Abspaltung von Organon BioSciences folgen die Niederländer einem Trend, der in der Chemie- und Pharmabranche weltweit seit Jahren erkennbar ist. War noch bis in die 90er Jahre hinein der Chemie-Pharma-Mischkonzern die bevorzugte Konzernaufstellung in der Branche, gilt inzwischen das auf Kernbereiche fokussierte Unternehmen als Maßstab. Zu den letzten Chemie- und Pharmakonglomeraten in der Branche gehört in Europa etwa die Darmstädter Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck. Aber auch Bayer mit seinen drei Teilkonzernen, der Gesundheitssparte HealthCare, dem Agrochemiegeschäft CropScience und der Kunststofftochter MaterialScience zählt noch dazu.

Der Ludwigshafener BASF-Konzern hatte dagegen vor wenigen Jahren sein Pharmageschäft verkauft und konzentriert sich inzwischen ganz auf das Chemiegeschäft. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana will seine Chemiesparte voraussichtlich im Spätherbst dieses Jahres an die Börse bringen und sucht für die Pharmasparte nach einem Partner oder Käufer.

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