Aktionäre nehmen Escada-Führung in die Mangel
„Das ist der Stoff, aus dem Alpträume sind“

Escada-Aktionäre haben die Führung des angeschlagenen Luxusmodeherstellers auf der Hauptversammlung hart kritisiert. Ein Kleinaktionär forderte sogar die Rückkehr von Unternehmensgründer Wolfgang Ley. Der reagierte am Rande der Veranstaltung darauf.

HB MÜNCHEN. "Escada ist zurzeit eine Katastrophe", sagte Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Donnerstag auf dem Aktionärstreffen in München. "Die Zahlen sind tiefrot, die Investoren springen ab und die Mitarbeiter sind verunsichert. Das ist der Stoff, aus dem Alpträume sind", begründete der Aktionärsvertreter, dass er weder Vorstand noch alle Aufsichtsräte entlasten will.

Escada konnte mit seinen Kollektionen zuletzt nicht mehr bei seinen Kundinnen punkten. Das Unternehmen rutschte in die roten Zahlen und schraubte wegen des trüben konjunkturellen Umfelds - vor allem in den USA, einem der größten Märkte für Luxusgüter - auch seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurück.

Die Beteiligungsgesellschaft Apax hatte ihr Interesse an einer Übernahme des Konzerns verloren. Der danach eingebrochene Aktienkurs macht Escada erst recht zum Übernahmekandidaten. Am Donnerstag kostete das Papier 9,50 Euro, durch die Aussicht auf eine Übernahme war es auf mehr als 18 Euro gestiegen. Mit Apax liefen keine Gespräche mehr, sagte Aufsichtsratschef Claus Mingers. Auch mit anderen Investoren gebe es nichts Konkretes.

Escada habe die desolate Lage bislang noch mit Schrammen überstanden, sagte die Kleinaktionärsvertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Auf eine Zerreißprobe sollte man es aber nicht ankommen lassen", mahnte sie. Die Schlagzeilen - auch über einen weiteren Wechsel an der Firmenspitze - schadeten angesichts der vielen Baustellen nur.

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