Aktionäre stellen Forderungen
Volvo sitzt auf der Kriegskasse

Der Chef des zweitgrößten LKW-Herstellers der Welt Volvo, Leif Johansson, rechnet mit weiteren Fusionen und Übernahmen in der Nutzfahrzeugbranche. 2,2 Milliarden Euro hätte der Konzern selbst für Zukäufe zur Verfügung, doch die Suche nach Übernahmekandidaten gestaltet sich schwierig. Zudem setzen die Aktionäre Volvo zunehmend unter Druck.

STOCKHOLM. „Wir sehen eine klare Globalisierung der Branche, eine klare Harmonisierung der Emissionsvorschriften“, sagte Johansson dem Handelsblatt und fügte hinzu, dass ihn der Scania-Übernahmeversuch durch MAN nicht überrascht habe. Allein die Entwicklung neuer, schadstoffarmer Motoren erfordere enorme Investitionen. Außerdem seien die Märkte offener geworden. Johansson: „All dieses wird zu einer weiteren Konsolidierung führen.“

An dieser Neuordnung will sich Volvo aktiv beteiligen. Übernahmen im Bereich schwere LKW seien allerdings in Europa und den USA aus Wettbewerbsgründen für die nach Daimler-Chrysler weltweite Nummer Zwei nicht möglich. „Auf allen anderen Märkten geht es aber“, sagte Johansson. Eine zeitliche Perspektive wollte er nicht nennen. „Finden wir Übernahmeobjekte, und ich glaube, wir finden sie, werden wir sie nutzen“, betonte Johansson.

Volvo ist an der japanischen Nissan Diesel mit dreizehn Prozent beteiligt, hat aber eine Option auf den Zukauf weiterer sechs Prozent. „Wir untersuchen derzeit, ob wir aufstocken sollen oder ob es sinnvoll ist, bei unseren dreizehn Prozent zu bleiben. Auch mit ihnen können wir einiges ausrichten“, sagte Johansson. Mit dem chinesischen LKW-Hersteller Dongfeng seien Diskussionen über eine Kooperation eingeleitet worden. Es gäbe ein Interesse beider Seiten, sich besser kennen zu lernen, sagte Johansson, betonte aber gleichzeitig, dass es zu früh sei, um sagen zu können, in welche Richtung sich die Gespräche entwickeln werden.

Johansson räumte ein, dass das Risiko hoch sei, für einen Übernahmekandidaten wegen der guten LKW-Konjunktur zu viel zu zahlen: „Es gibt zwei Gräben, in die wir derzeit fahren können: Der eine ist das viele Geld, auf dem wir sitzen, wenn wir keine Übernahmen tätigen, der andere ist, dass wir zu viel bezahlen.“

Nach Ansicht von Branchenexperten wie Mats Liss, ein Analyst bei Swedbank in Stockholm, sei es im Moment „der falsche Zeitpunkt“ für Zukäufe. Die aktuellen Gerüchte seien vermutlich eine Reaktion auf die Kritik einiger Aktionäre.

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