Aktionäre stellen kritische Fragen
Shell-Managern wird Druck gemacht

Zum ersten Mal seit dem Skandal um falsche bewertete Energiereserven hat sich das Management des weltweit drittgrößten Ölkonzerns Royal Dutch/Shell am Montag bei seinen Hauptversammlungen in London und Den Haag den kritischen Fragen seiner Aktionäre gestellt.

HB LONDON/DEN HAAG. Shell ist dabei von den Aktionären zu tief greifenden Reformen aufgefordert worden. So versagte Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Frankfurt, die Entlastung des Vorstands, da der „Verdacht der Unaufrichtigkeit“ bestehe. Andere Großaktionäre kritisierten, nur wenn die niederländisch-britische Doppelspitze aufgelöst werde, könne der Konzern neues Vertrauen gewinnen.

Das Management des weltweit drittgrößten Ölkonzerns Royal Dutch/Shell hat am Montag eine Rebellion seiner Aktionäre nach dem Skandal um falsch bewertete Energiereserven mit einem blauen Auge überstanden. Nur eine knappe Mehrheit von 60 Prozent stimmte auf der Hauptversammlung für eine Entlastung des Vorstands für 2003. Normalerweise wird dieser Routine-Beschluss einstimmig getroffen.

Nicht einmal bei der Hauptversammlung nach dem PR-Desaster mit der geplanten Versenkung der Ölplattform „Brent Spar“ vor neun Jahren sah sich die Shell-Spitze solchen Vorwürfen ausgesetzt. Der schwerste von allen: Der Vorstand soll den Aktionären lange verschwiegen haben, dass er die Öl- und Gasreserven um ein Viertel zu hoch eingeschätzt hatte. Dies wird bestritten, aber sonst ging Vorstandschef Jeroen van der Veer am Montag tief in die Knie: „So eine Krise hätte es nie geben dürfen.“

Besonders wütend zeigten sich die Aktionäre darüber, dass Van der Veers zurückgetretener Vorgänger Sir Philip Watts noch einen goldenen Händedruck von 1,58 Mill. € bekam: „Damit wird Missmanagement belohnt“, wetterte Peter Paul de Vries, Direktor des Niederländischen Aktionärsvereins. Watts gelte schließlich als einer der Hauptverantwortlichen für die fatale Fehleinschätzung der Reserven.

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