Aktionäre stimmen Fusion zu
Die weltgrößte Brauerei heißt künftig Inbev

Belgische Brauereibesitzer haben den Weg zum weltweit größten Bierkonzern freigemacht. Die Aktionäre der Interbrew-Gruppe beschlossen eine Kapitalerhöhung und weitere Voraussetzungen für die Fusion mit dem brasilianischen Brauhaus Ambev.

HB LÖWEN. Das Unternehmen soll unter dem Namen Inbev jährlich 19 Mrd. Liter Bier brauen und damit den bisherigen Weltmarktführer Anheuser-Busch um rund 3,8 Mrd. Liter übertreffen.

Die außergewöhnliche Hauptversammlung beschloss neben der Ausgabe von 141,7 Mill. neuen Anteilen für einen Aktientausch auch Veränderungen im Aufsichtsrat des Unternehmens. Neben vier Vertretern der belgischen Familien, die hinter Interbrew stehen, sollen dort künftig vier Brasilianer und sechs unabhängige Aufsichtsräte sitzen. Die Aktionäre von Ambev haben in Sao Paulo ebenfalls der Fusion zugestimmt.

Mit dem Zusammenschluss verlieren die Haupteigner von Interbrew zwar den bestimmenden Einfluss auf ihre Brauerei-Gruppe. Sie können nach Einschätzung von Analysten aber künftig leichter Anteile verkaufen und bekommen Zugang zum lateinamerikanischen Markt, der als wachstumsträchtig gilt. Für Ambev wiederum ist der von Interbrew bereits erschlossene nordamerikanische Markt interessant. Inbev wird weltweit in 140 Ländern vertreten sein. Zu Interbrew gehört bereits die deutsche Biermarken Beck's, deren internationale Verkaufszahlen am schnellsten wachsen. Dem Konzern gehören außerdem die deutschen Biermarken Diebels, Gilde/Hasseröder und Münchner Spaten. Interbrew rechnet mit jährlichen Einsparungen von 280 Mill. Euro dank der Fusion. Europäische Regulierungsbehörden haben das Zusammengehen bereits abgesegnet; auch von den brasilianischen Behörden wird Zustimmung erwartet.

Interbrew plant, die operative Gewinnspanne vor Abschreibungen innerhalb „mehrerer Jahre“ auf 30 Prozent zu verbessern, sagte Vorstandschef John Brock nach der Aktionärsversammlung. Er will mehr Bier verkaufen und die Effizienz steigern. In den drei Monaten bis Ende Juni wurden zwei Prozent mehr Bier umgesetzt, verglichen mit einem Wachstum von elf Prozent im ersten Quartal. Brock bestätigte, dass Interbrew nach wie vor beabsichtigt, die Zahl der Brauereien zu reduzieren, um so die Kosten zu senken. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein sollten, um effizient zu sein“, sagte der gebürtige US-Amerikaner. Für den 9. September steht das Ergebnis für das erste Halbjahr an.

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