Aktionärstreffen findet am 3. Juni statt
Wyser-Pratte will wieder IWKA-Chefetage stürzen

Der US-Großinvestor Guy Wyser-Pratte will das bereits seit langem von ihm kritisierte Management des Maschinen- und Anlagenbauers IWKA mit einem erneuten Vorstoß auf der Hauptversammlung zu Fall bringen.

KARLSRUHE. In einer am Mittwoch veröffentlichten Finanzanzeige kündigte Wyser-Pratte an, auf dem Aktionärstreffen am 3. Juni einen Antrag auf Nicht-Entlastung des Vorstandes zu stellen. Auch zwei der insgesamt zwölf Aufsichtsratsmitglieder will der US-Investor durch Abwahl ablösen lassen. Eine Begründung für den abermaligen Vorstoß wurde zunächst nicht mitgeteilt. Wyser-Pratte will den Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhard Engel sowie das AR-Mitglied und ehemaligen Daimler-Chrysler-Vorstand Jürgen Hubbert abwählen lassen. Vorstand und Aufsichtsrat des Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauers schlagen vor, gegen den Antrag von Wyser-Pratte zu stimmen.

Wyser-Pratte hatte bereits auf der Hauptversammlung 2004 gemeinsam mit weiteren Großaktionären die Nicht-Entlastung des Vorstandes beantragt, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Der mit gut sechs Prozent an IWKA beteiligte Investor verlangt bereits seit längerem eine Fokussierung des Unternehmens auf die hochprofitable Robotertechnik und den Verkauf anderer Sparten wie der Verpackungstechnik. IWKA will indes an der Verpackungstechnik festhalten, die angesichts der schwachen Automobilkonjunktur derzeit der Wachstumsmotor des Unternehmens ist. IWKA will die Abhängigkeit von der Automobilbranche generell verringern und den Konzern damit breiter aufstellen.

So weit gingen andere institutionelle Investoren wie Hermes Fonds und Threadneedle auf dem Aktionärstreffen im vergangenen Jahr zwar nicht, dennoch zeigten auch sie sich nicht zufrieden mit der Ausrichtung und der Performance der IWKA. Sie bemängelten damals die Führungsschwäche des Vorstandsvorsitzenden Hans Fahr sowie die Passivität des Aufsichtsrats.

Teilen des Aufsichtsrats wie Hubbert und Volker Doppelfeld, der ebenfalls bei der BMW AG Mitglied des Kontrollgremiums ist, wurde damals vorgeworfen, sie wären als Vertreter der Autombilindustrie zwar an der Technologie der IWKA interessiert, nicht unbedingt aber am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Im vergangenen Jahr wurde der Vorstand nur mit 62,5% der Stimmen entlastet, der Aufsichtsrat erhielt 77,8%.

Vorstandschef Fahr reagierte auf die wachsende Kritik der Anleger mit der Neustrukturierung des Konzerns und der Konzentration auf drei anstatt vier Sparten. Im Herbst sprang ihm noch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) helfend zur Seite. Sie beteiligte sich mit 5,1% an der IWKA und sprach sich gegen eine Zerschlagung aus. Aufgrund der schwachen Automobilkonjunktur musste Fahr vor wenigen Wochen ein Gewinnwarnung herausgeben: Im laufenden Jahr werde der operative Gewinn zurückgehen; es gehe nur um die Verteidigung der Vier vor dem Komma bei der EBIT-Marge. Im Jahr 2004 hatte der Konzern eine operative Marge von 4,8% ausgewiesen.

Ein Sprecher von IWKA sagte, er habe keine Kenntnis über die Beweggründe von Wyser-Pratte für den Vorstoß. Von persönlichen Kontakten des Managements mit Wyser-Pratte in der jüngsten Zeit sei ihm nichts bekannt. „Es gibt keinen aktuellen Anlass“, sagte der Sprecher. Die Abwahl von Aufsichtsräten habe der Großaktionär bisher nicht gefordert.

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