Aktionärsvertreter drohen mit Schadensersatzklagen
Thielert-Tochter meldet Insolvenz an

Am Donnerstagabend meldete die Thielert Aircraft Engines GmbH aus Chemnitz Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit an. Auf die operative Tochter entfällt fast das gesamte Flugzeugmotoren-Geschäft der Thielert AG. Für die Zukunft des mit Liquiditätsproblemen kämpfenden Flugzeugmotorenbauers Thielert sieht damit ganz düster aus.

FRANKFURT. Zur Holding gehört daneben noch die amerikanische Ersatzteilefirma Superior Air Parts. „Wie es da weiter geht, ist unklar“, sagte ein Sprecher. Die Zukunft der Holding sei offen.

Nachdem Thielert Mittwochnacht das Scheitern des finanziellen Notpakets bekannt gegeben hat, ist das Unternehmen in eine fast aussichtslose Situation geraten. Da die finanzielle Rettung in Frage gestellt ist, werden die Banken als nächstes ihre Kredite zurückfordern. Gleichzeitig sind neue Geldgeber kaum in Sicht. „Es würde mich wundern, wenn man jetzt jemanden findet, der bereit ist, Fremdkapital zu geben“, sagte Aufsichtsratsmitglied Achim von Quistorp der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir erwarten die Insolvenz von Thielert noch in dieser, spätestens aber in der kommenden Woche“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Markus Straub. Das Unternehmen selbst verwies in dieser Frage auf seine knappe Ad-Hoc-Meldung.

Thielert drohen nun auch noch Schadenersatzklagen. „Wir bereiten entsprechende Maßnahmen vor. Der Börsenprospekt gilt noch, jetzt zeigt sich, dass einige Angaben falsch waren“, sagte Straub. Die Schadenersatzforderungen könnten auch BDO, den Wirtschaftsprüfer von Thielert treffen. „Es könnte für Anleger aussichtsreich sein, Ansprüche auch hier geltend zu machen“, deutete Straub entsprechende Überlegungen an. Eine Sprecherin von BDO wollte den Fall auf Anfrage nicht kommentieren.

Thielert hatte Anfang April eine akute Liquiditätskrise eingeräumt. Grund sollen verzögerte Auslieferungen von Motoren an Flugzeughersteller sein. Die Firma baut Dieselmotoren für Autos um und macht sie für den Luftverkehr tauglich. Zur Rettung hatte das Unternehmen ein Notpaket geschnürt, das unter anderem ein Stillhalteabkommen mit den gut 20 Gläubigerbanken sowie neue Kredite vorsah. Dieses Paket sollte durch eine Kapitalerhöhung abgelöst werden. Hierfür gab es bereits Zusagen diverser Investorengruppen, unter anderem der Sputnik Group Ltd. Hinter ihr steht der US-Investor Oliver R. Grace.

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