Aktuelle Quartalsbilanzen
US-Pharmariesen liefern gemischtes Bild ab

Die großen US-amerikanischen Arzneimittelhersteller haben sich im dritten Quartal mit durchwachsenen Geschäftsergebnissen präsentiert. Für negative Überraschungen sorgten der weltweite Branchenprimus Pfizer, der einen Gewinneinbruch verzeichnete, und der Konkurrent Schering-Plough. Dessen Aktie brach am Montag um mehr als 13 Prozent ein, nachdem er mit seinem Gewinn die Analystenerwartungen verfehlte.

HB NEW YORK/FRANKFURT. Aber auch Wyeth belasteten Sonderfaktoren den Gewinn. Dagegen warteten Merck & Co. sowie der Pharmakonzern Eli Lilly mit guten Quartalsergebnissen auf. An diesem Mittwoch startet auch in Deutschland die Berichtssaison in der Branche. Als erster börsennotierter Arzneimittelhersteller wird dann der Darmstädter Merck-Konzern seine Zahlen vorlegen.

Beim Schering-Plough nahm der Gewinn im dritten Quartal zwar deutlich zu: Der Nettogewinn konnte auf 713 Mill. Dollar von 287 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Ohne Sonderposten lag der Gewinn allerdings bei 28 Cent je Aktie und damit zwei Cent unter den Analystenprognosen. Der Umsatz legte um neun Prozent auf 2,81 Mrd. Dollar zu. Die Schering-Plough-Aktie reagierte im frühen Handel mit einem Minus von 13,7 Prozent.

Merck & Co hob nach einem überraschend kräftigen Gewinnanstieg seine Ziele für dieses Jahr an. Der Überschuss kletterte auf 1,53 Mrd. Dollar von 941 Mill. Dollar vor Jahresfrist. Im Vorjahreszeitraum hatten allerdings noch Rückstellungen von fast 600 Mill. Dollar im Zusammenhang mit dem vom Markt genommenen Schmerzmittel Vioxx die Gewinne belastet. Die Erlöse mit den Cholesterin-Präparaten Zetia und Vytorin stiegen um 26 Prozent auf 1,3 Mrd. Dollar.

Ohne Restrukturierungskosten wegen der Schließung von Anlagen und anderen Sonderfaktoren erwartet das Management für das Gesamtjahr nun einem Gewinn je Aktie von 3,08 bis 3,14 Dollar. Bislang hatte Merck & Co lediglich 3,00 bis 3,10 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Der Aktienkurs des Unternehmens tendierte am Montag kaum verändert.

Schon in der vergangenen Woche hatte der Pharmariese Eli Lilly seine Prognosen angehoben. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 3,50 bis 3,55 Dollar.

Der weltweiten Branchenprimus Pfizer hatte mit einer Milliardenabschreibung für seinen Rückzug vom Insulin-Inhaliermittel Exubera negativ überrascht. Pfizers Gewinn war deshalb auf 761 Mill. Dollar von 3,36 Mrd. Dollar eingebrochen, wie der Konzern bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte. Das einst als Hoffnungsträger gefeierte Diabetes-Mittel war bei Ärzten und Patienten durchgefallen und wurde kaum nachgefragt. Konzernchef Jeff Kindler kündigte daher an, nicht mehr in Exubera zu investieren. Einen Lichtblick gab es bei den Zahlen des New Yorker Konzerns dennoch: Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll nun im Gesamtjahr voraussichtlich bei 2,10 bis 2,15 Dollar liegen. Zuvor hatte die Konzernführung noch einen Mindestwert von 2,08 Dollar genannt.

Bei Wyeth sank der Gewinn auf 1,15 Mrd. Dollar von 1,16 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Konzern mit Sitz in Madison im US-Bundesstaat New Jersey verbuchte im Quartal Ausgaben von 86 Mill. Dollar im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung. Der Umsatz kletterte dagegen um neun Prozent auf 5,6 Mrd. Dollar.

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