AKW Krümmel
Teure Pannen für Vattenfall

Vattenfall wehrt sich vehement gegen Forderungen, das Kernkraftwerk Krümmel komplett abzuschalten. Gleichzeitig räumte der Konzern gestern ein, es könne in dem Kraftwerk möglicherweise ein Brennstab-Schaden vorliegen.

DÜSSELDORF/BERLIN. Man werde den Reaktordruckbehälter öffnen müssen und Nachforschungen anstellen, teilte Vattenfall am Donnerstag mit. Nach Angaben des Unternehmens fällt das Kraftwerk für „mehrere Monate“ aus. Die Kosten sind immens.

Es gebe „keinen Grund“, das Kernkraftwerk Krümmel ganz vom Netz zu nehmen, sagte Tuomo Hatakka, Chef von Vattenfall Europe, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Hatakka räumte ein, die neuerliche Panne in dem Kraftwerk sei „ein herber Rückschlag für alle Anstrengungen, die wir in den vergangenen zwei Jahren bezüglich unserer Sicherheitskultur unternommen haben“. Man habe „erneut Vertrauen verloren“.

Das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg war im Sommer 2007 nach einem Transformatorenbrand bereits für fast zwei Jahre stillgelegt worden. Nur zwei Wochen nach dem Wiederanfahren löste ein Kurzschluss in einem Transformator am vergangenen Samstag eine Reaktor-Schnellabschaltung aus. Vattenfall steht seitdem massiv in der Kritik. Bemängelt wird insbesondere, dass die Atomaufsicht nicht vom Betreiber, sondern zunächst von der Polizei über den Vorfall informiert wurde. Außerdem stellte sich heraus, dass eine Überwachungseinrichtung für den Transformator, deren Einbau Vattenfall der Atomaufsicht zugesagt hatte, fehlte.

Am Donnerstag wies das Unternehmen darauf hin, man vermute einen Schaden an mindestens einem Brennelement. „Kleinste Teile“ eines oder mehrerer Brennelemente hätten sich möglicherweise gelöst und könnten in den Kühlwasserkreislauf gelangt sein, sagte Ernst Michael Züfle, Geschäftsführer der Nuklearsparte des Unternehmens. Man werde daher alle 840 Brennelemente des Reaktors untersuchen. Ein Brennelement besteht aus rund 80 Brennstäben. Nach Züfles Worten steht der Schaden nicht in direktem Zusammenhang mit der Schnellabschaltung des Reaktors. Noch heute soll der Reaktordruckbehälter geöffnet werden.

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