Alan Mulally im Interview
„Unsere neue Botschaft lautet: Ford rockt“

Konzernchef Alan Mulally beäugt die Attacke von Volkswagen in den USA mit Argusaugen - doch eine große Studie gibt dem Amerikaner Rückenwind. Warum er weiterhin auf die Konzentration auf Kernmarken setzt und an seine Strategie glaubt.
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Handelsblatt: Herr Mulally, Sie haben als Einziger der US-Autokonzerne die Krise ohne Staatshilfe überstanden und Marktanteile in den USA gewonnen. Greifen Sie jetzt weltweit die Konkurrenz an?

Alan Mulally: Absolut. Als ich vor vier Jahren zur Ford Motor Company kam, hatten wir über alle Konzernmarken 97 Modelle im Angebot. Heute sind es nur 30 bis 35. Wir haben beschlossen, uns auf unsere Kernmarke Ford und die Premiummarke Lincoln zu konzentrieren und werden trotzdem in jedem Segment vertreten sein und zu den Besten gehören. Erstmals stellen wir unsere Autos jetzt auf globale Plattformen. Wir sehen noch überall auf der Welt Potenzial.

Handelsblatt: Auch für Ihre Premiummarke Lincoln?

Mulally: Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Bedarf für Fahrzeuge der Marke Lincoln über Nordamerika hinaus entstehen wird, wenn zu sehen sein wird, welche Fahrzeuge wir in den nächsten fünf Jahren unter der Marke Lincoln auf den Markt bringen werden.

Handelsblatt: Volkswagen setzt auf viele Marken und ein Portfolio vom Kleinstwagen bis zum schweren Lkw. Ford konzentriert sich im Kern allein auf die Stammmarke. Warum glauben Sie, dass Ihr Weg erfolgreicher ist?

Mulally: Die Kunden wollen genau wissen, was Sie von unseren Produkten erwarten können. Bis heute steht hinter unserer Marke der Name des Firmengründers Henry Ford. Diese Klarheit hat immensen Wert für das Unternehmen. Jetzt können wir weltweit unter einer einzigen starken großen Marke auftreten - und müssen uns nicht mit unterschiedlichen Ansätzen und Konzepten verzetteln.

Handelsblatt: Wie ernst nehmen Sie VW als Wettbewerber in Ihrem Heimatmarkt?

Mulally: Wir nehmen jeden Wettbewerber ernst. Aber zuerst konzentrieren wir uns auf unsere eigene Ziele und blicken nicht nur auf den US-Markt. Wir haben eine starke Position in den USA, wir haben eine starke Stellung in Europa, und wir sind die am schnellsten wachsende Marke im asiatisch-pazifischen Raum. Wir brauchen uns nicht zu verstecken.

Handelsblatt: Eine große Studie namens "Car Wars" geht davon aus, dass der US-Automarkt in den nächsten Jahren einen großen Gewinner kennt ?

Der Ford-Chef reckt die Faust nach oben
Mulally: ... Jawohl: Ford. Die Studie sagt, dass wir die frischeste Modellpalette in der Industrie weltweit haben und von einem weiteren Aufschwung überproportional profitieren würden.

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