Alaska
BP-Pipelines verkamen, Behörde sah zu

Der Ölkonzern BP, der sich betont sicherheitsbewusst und „grün“ gibt, gerät wegen der Vernachlässigung seiner Pipelines in Alaska immer stärker unter Druck: Dokumente belegen, dass die Ölmanager selbst nach einer Strafe und der Androhung einer weiteren untätig blieben. Eine unrühmliche Rolle spielte dabei die zuständige Umweltbehörde.

LONDON. Das Schreiben der Umweltbehörde von Alaska spricht eine klare Sprache. Es trägt den BP-Stempel „fully executed“ (komplett abgearbeitet) vom 3. Juni 2002. Unter anderem verhängt die Umweltbehörde darin eine Strafe von 121 000 Dollar wegen verschiedener Verstöße gegen Umweltauflagen, zusätzlich werden 29 000 Dollar wegen „besonderer Schwere“ des Vergehens fällig. Weitere 150 000 Dollar Strafe droht die Behörde an, sollte BP die betroffenen Rohre in Prudhoe Bay nicht innerhalb der folgenden vier Monate reinigen.

Tatsächlich blieben die Rohre jedoch ungereinigt, wie BP zugegeben hat. Der Fall ist aber auch ein Politikum. Wie sich jetzt herausstellt, zog die Umweltbehörde nämlich ihre Auflagen zurück. Obwohl in der Anordnung zu lesen ist, dass die zeitnahe Ausführung von besonderer Wichtigkeit sei, verzichtete die Behörde drei Monate nach ihrem Erlass auf den wichtigsten Punkt, nämlich die Reinigung der Rohre.

Im März 2006 kam es auf dem größten US-Ölfeld Prudhoe Bay zum schlimmsten Leitungsunglück in der Geschichte Alaskas. Mehr als 800 000 Liter flossen aus und verseuchten die Tundra. BP ließ Fragen des Handelsblattes zu dem Vorfall unbeantwortet.

US-Parlamentarier zeigen sich angesichts des gleich doppelten Versäumnisses von Konzern und Umweltbehörde entsetzt. „Ich weiß nicht, auf wen ich wütender bin“, sagte die Senatorin Lisa Murkowski bei einer eilig anberaumten Fragestunde. Es sei einfach unerklärlich, dass dieses Problem vier Jahre lang ignoriert wurde.

Kurt Fredriksson, der Chef der Umweltbehörde Alaskas, wies gegenüber der Senatorin ein Fehlverhalten zurück. Die Reinigung der Rohre sei 2002 nicht unbedingt notwendig gewesen, sagte Fredrikkson, und widersprach damit der von seinem Mitarbeiter Jeff Mach unterzeichneten ursprünglichen Aufforderung an BP.

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