Alcoa-Chef Kleinfeld warnt Deutsche vor schnellem Atomausstieg

Klaus Kleinfelds Stimme hat Gewicht. Und der Chef des Aluminiumriesen Alcoa warnt Deutschland vor einem schnellen Atomausstieg - und vor den möglichen Konsequenzen.
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Klaus Kleinfeld ist Vorstandschef von Alcoa. Quelle: Reuters

Klaus Kleinfeld ist Vorstandschef von Alcoa.

(Foto: Reuters)

BerlinDer frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat vor Risiken eines schnellen Atomausstiegs in Deutschland gewarnt. „Eine radikal veränderte Energiepolitik kann zum Risiko für die industrielle Entwicklung in Deutschland werden“, sagte der heutige Vorstandschef des Aluminiumkonzerns Alcoa der „Welt am Sonntag“. „Die Politik muss immer bedenken, dass auf diesem Feld Entscheidungen von heute in 10, 20 Jahren Auswirkungen haben werden. Und die Industrie wird nur dahin gehen, wo sie verlässliche Rahmenbedingungen vorfindet.“

Alcoa werde angesichts der Energiedebatte keine neuen Produktionsstätten in Deutschland aufbauen. „Wenn es um die Herstellung des Grundmaterials geht, gibt es weltweit genügend Standorte, an denen Energie deutlich günstiger und trotzdem sauber ist“, sagte Kleinfeld der Zeitung. Der Konzern hat derzeit vier Standorte in Deutschland, an denen Aluminium weiterverarbeitet wird.

Kleinfeld begrüßte dennoch die Diskussionen um eine Energiewende: „Die Debatte ist wichtig und richtig. Wir müssen über den Energiemix der Zukunft nachdenken. Ziel muss es sein, nicht nur günstig, sondern auch verlässlich und sauber Energie zu produzieren.“ Ein vorzeitiges Abschalten der Atommeiler könne aber zu unerwünschten Nebeneffekten führen. „Wenn dann Atomstrom aus Frankreich oder Kohlestrom aus Osteuropa importiert wird, um kurzfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, dann ist das eine unsinnige Energiepolitik.“

  • dpa
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11 Kommentare zu "Alcoa-Chef: Kleinfeld warnt Deutsche vor schnellem Atomausstieg"

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  • über energiepreise verhandelt man dann im winter

  • Dabei spielt es natürlich keine Rolle,
    ob bei der Gewinnung ein paar 100 000 über die Klinge geschickt werden müssen. Natürlich erst nach dem man ihnen durch die Erlöse, man bezahlt ja angeblich für ihre Resourcen, zu einer Art Mensch Dasein verholfen hat. Es gibt auch eine andere Sorte von Gutsmensch.

  • @leser
    Frau Merkel hat einen Eid geleistet. Glauben Sie den Blödsinn, den Sie da schreiben. Frau Merkels Eid beruht darauf, die Reichen noch reicher zu machen. Und jetzt wird sie dafür sorgen, dass der Strompreis sich in kürzester Zeit verdoppelt.

  • Wer Merkel auch nur ein Wort glaubt, ist entweder dumm, naiv oder hat zuviel von der medienverbreiteten Gehirnwäsche abbekommen. Außerdem sollte man bei einer Politikerin oder einem Politiker grundsätzlich den Dr.-Titel nicht erwähnen. Wir wissen doch alle, wie sie an den Titel rangekommen sind. Und wenn man Frau Merkel mal so bei ihrem Schwachsinnverbreiten zuhört und sie einen Dr. gemacht haben will, dann muss der Pförtner vom Kanzleramt bestimmt ein Professor sein.

  • schön wenn er Recht hat.
    Wie es aussieht wirken Sie nicht grad verantwortungswohnt.
    Das ist garnicht so bös gemeint wie es klingen dürfte.
    Indes nehme ich Frau Dr. Merkel ab, daß sie einen Eid geleistet hat.
    Und danach geht es miteinmmal nicht mehr um Recht haben, sondern um verantwortungsvoll bewußtes Handeln.
    Und das nehme ich Frau Dr. Merkel, bei allen Divergenzen, ab.
    Das macht mich ja so kruschig^^.

  • Gibt es immernoch so dumme Menschen, die das Gequatsche von "Sonne, Wind, Wasser gibts umsonst" verbreiten? So gesehen gibt es Erdöl und alle Bodenschätze auch umsonst. Denn sie kommen in der freien Natur vor und man muss sie nur gewinnen. Das Nutzbarmachen ist nunmal das Problem und bedeutet Kosten. Ich bin fafür, dass allen deren Gehirne so gewaschen wurden, dass sie glauben es geht mit 100 Prozent sogenannten Erneuerbaren Energien, dass denen ab sofort alle Kraftwerkstromzufuhr gekappt wird. Deutschland, wie verblödet bist du inzwischen??

  • Klaus Kleinfeld hat Recht.Ohne Rücksicht auf Verluste will Frau Merkel mit ihrem überstürzten Atomausstieg Stimmen aus dem Grünen Lager gewinnen. Sie weiß jedoch nicht was sie tut und kennt die Konsequenzen auch nicht.

  • Passen Sie auf, daß Sie sich nicht übernehmen,
    wenn es nicht schon eingetreten ist.

  • Kleinfeld: „Die Debatte ist wichtig und richtig. Wir müssen über den Energiemix der Zukunft nachdenken. Ziel muss es sein, nicht nur günstig, sondern auch verlässlich und sauber Energie zu produzieren.“

    "nachdenken" ist mir dabei zu wenig.
    Es muß gehandelt werden, es muß investiert werden.
    ... und zwar richtig.


    Anstatt über die Bankster die Exporterlöse in die Schuldnerstaaten zu transferieren,
    damit dann Geld und Leistung das Land verlassen (mit der "Gegenleistung" eines Schuldzettels),
    wäre es wesentlich sinnvoller, das Geld im eigenen Lande zu investieren!

    Energie, Bildung, Mobilität.

    Wasser, Wind und Sonne gibt es für umsonst.
    ... und während die bisherigen Energiequellen immer teurer werden,
    verbessert sich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit durch die frühzeitige Energiewende.

    das einzige was es noch braucht ist eine ordentliche Anschubsfinanzierung;
    ein Vorschlag:
    den selben Betrag, den der Steuerzahler in diverse "Rettungsschirme" für den Ausfall der "ausländischen Schuldzettel" "investiert" hat,
    in den nächsten 3 Jahren zusätzlich ins eigene Land investieren.

    In beiden Fällen steht der Betrag als Schuld bei Bund und Bürger an der gleichen Stelle;
    nur: einmal verschwindet die Leistung im Ausland,
    und einmal bleibt sie hier.

  • eine wurst, die tanzen will bleibt, eine wurst. - sry com
    aber fein , daß er Deutschland gewarnt hatte:
    wir sind ja eh selbst schuld.
    Tucholsky hatte damals anders gewarnt, und das stand nicht im Handelsblatt zu lesen.

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