Alcoa-Gewinn bricht ein
Schwacher Start in die US-Berichtssaison

Der Nettogewinn des weltweit drittgrößten Aluminiumproduzenten Alcoa ist im ersten Quartal um über die Hälfte zurückgegangen. Er lag damit unter den Erwartungen der Analysten. Für den weiteren Verlauf des Jahres sehen diese aber wieder bessere Chancen für das US-Unternehmen. Ex-Siemens -Chef Klaus Kleinfeld spielte bei der Präsentation der Zahlen eine bedeutende Rolle.

HB NEW YORK. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe sowie die Schwäche des Dollars überwogen in den Quartalszahlen des Konzerns die Mehreinnahmen durch den Preisanstieg für Aluminium. Am Markt wurden die Zahlen gelassen aufgenommen: Obwohl die Ergebnisse die Erwartungen deutlich verfehlten, legte die Alcoa -Aktie im nachbörslichen Handel am Montag nach anfänglichen Einbußen zu. Analysten verwiesen zur Begründung auf gute Wachstumsaussichten des Unternehmens.

Alcoas Nettogewinn fiel im ersten Quartal mit 303 Millionen Dollar 54 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Je Aktie lag er bei 37 Cent. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft ohne Restrukturierungs- und Steuereffekte betrug 361 Millionen Euro oder 44 Cent je Aktie. Analysten hatten nach einer kürzlichen Senkung ihrer Prognosen im Schnitt mit 49 Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz fiel auf 7,4 Milliarden von 7,9 Milliarden Dollar und damit etwa so stark wie erwartet.

Die Gewinne seien durch die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie die Auswirkungen der Dollar-Schwäche "komprimiert" worden, erklärte Alcoa. Konzernchef Alain Belda betonte jedoch, die Fundamentaldaten des Markts blieben stark, und das Unternehmen sei in einer guten Position, um von einem Wiederanziehen der Konjunktur in Nordamerika und Europa zu profitieren.

"Das sieht nach einem ziemlich soliden Quartal aus", sagte Bruce Zaro von Delta Global Advisors. Jeder wisse, wie schwer für Rohstoffunternehmen die Auswirkungen des schwachen Dollars auf die Geschäftszahlen kalkulierbar seien. Brian Hicks vom Rohstoff-Fonds U.S. Global Investors sagte, die Fundamentaldaten für Aluminium dürften in den kommenden Jahren recht solide sein. "Wir konzentrieren uns nicht so sehr auf die kurzfristigen Quartalsergebnisse. Ich glaube, die Wall Street könnte diesen Ausrutscher durchgehen lassen." Die ALCOA -Aktie gab nachbörslich zunächst zwei Prozent nach, zog dann aber auf 37,90 Dollar an. Zuvor hatte sie den Handel in New York vier Prozent im Minus bei 37,44 Dollar beendet.

Als Zeichen für die Position des ehemaligen Siemens -Chefs Klaus Kleinfeld als "Kronprinz" bei dem Aluminium-Hersteller wurde dessen prominente Rolle bei einer Analysten-Telefonkonferenz nach Vorlage der Zahlen gewertet. Kleinfeld beantwortete den Großteil der Fragen und sagte dem Konzern gute Wachstumsaussichten voraus. Der Deutsche soll Nachfolger des 64-jährigen Alcoa -Chefs Belda werden, wenn dieser abtritt. Wann dies geschehen soll, ist noch nicht bekannt.

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