Alcoa und Norsk Hydro schließen deutsche Werke
Aluminiumkonzerne gehen nach Island

Der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa und die Nummer drei der Branche, Norsk Hydro, schließen Anlagen in Deutschland und setzen stattdessen auf Island. Grund für die Verlagerung sind die niedrigeren Produktionskosten auf der Insel im Nordatlantik.

Bloomberg NEW YORK. Vor allem die hohen Energiepreise, die bei Aluminium ein Drittel der Herstellungskosten ausmachen, bereiten den Konzernen Probleme. In Deutschland haben die Rekordpreise für Rohöl und Erdgas zusammen mit einer Verzehnfachung der Steuern den Energiepreis auf ein Allzeithoch getrieben. Strom zur Lieferung 2006 stieg am 24. Juni auf 43,40 Euro, verglichen mit 21 Euro Ende 2000, gab der Energie-Broker GFI bekannt. In Island ist Energie um 30 Prozent günstiger, sagte Analyst Lloyd O’Carroll von BB&T Capital Markets. Der Grund: Das Land erzeugt Strom aus Wärmeenergie und zapft seine geothermischen Quellen an.

Für die Aluminiumkonzerne erhöht sich zudem der Druck, in kostengünstigere Regionen auszuweichen, nachdem der Preis für das Metall seit dem 29. März um 14 Prozent gesunken ist. Alcoa investiert in eine Schmelzhütte auf Island 1,1 Mrd. Dollar, nachdem der staatliche Versorger Landsvirkjun Hf die Stromversorgung für die nächsten 40 Jahre garantiert hat. Norsk Hydro überlegt ebenfalls den Sprung auf die Insel, sagte Jon Harald Nilsen, der Leiter der Aluminiumsparte: „Island ist der einzige Platz in Europa, an dem Kapazitäten aufgebaut werden können.“

Im ersten Quartal 2005 ist die isländische Volkswirtschaft um 2,9 Prozent gewachsen, die deutsche nur um 1,1 Prozent. Islands Zentralbank rechnet für 2005 insgesamt mit 6,6 Prozent Wirtschaftswachstum. In Deutschland soll das Bruttoinlandsprodukt der Bundesbank zufolge etwa ein Prozent zulegen.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre werden Produzenten wie Alcoa und Norsk Hydro zusammen etwa 75 Mrd. Dollar investieren, um Teile der Produktion in kostengünstigere Länder zu verlagern, schätzt Kenneth Bern, Vizepräsident für Strategie bei Norsk Hydro. Am 23. Juni hatte Alcoa angekündigt, in den USA und Deutschland im laufenden Jahr Werke zu schließen und insgesamt 6 500 Stellen zu streichen.

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