Alcoa-Zahlen
Fehlstart in die US-Bilanzsaison

Der Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa werfen einen Schatten auf den Start der US-Bilanzsaison: Der Gewinn fiel niedriger aus als von Analysten erwartet, die Aktie erlebte den schlimmsten Kurssturz seit fünf Jahren.
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New YorkDie schlechten Nachrichten aus der Luftfahrtbranche häufen sich: Vor wenigen Tagen verkündete der kanadische Flugzeughersteller Bombardier schlechte Zahlen und Honeywell verzeichnete am vergangenen Freitag schwache Ergebnisse, vor allem aufgrund seiner Luftfahrtsparte.

Jetzt reiht sich zum Beginn der US-Bilanzsaison Alcoa ein: Der Umsatz fiel im jüngsten Quartal um sechs Prozent auf 5,21 Milliarden Dollar, Analysten hatten 5,31 Milliarden Dollar erwartet. Der Aluminiumkonzern erwirtschaftete vor außerordentlichen Ergebnissen einen Gewinn von 32 Cent je Aktie, die Wall Street war von 35 Cent ausgegangen.

Entsprechend reagierten die Anleger: Die Aktie fiel um rund zehn Prozent, es war der schlimmste Sturz seit fünf Jahren. „Die fundamentalen Voraussetzungen in Schlüsselmärkten bleiben sehr solide“, zeigte sich Klaus Kleinfeld, Vorstandschef von Alcoa, trotzdem optimistisch. „Wir schneiden trotz der niedrigen Preise gut ab.“

Kleinfeld muss das Beste aus dem Schlamassel machen. Der frühere Siemenschef will in knapp drei Wochen Geschichte schreiben und das 128 Jahre alte Traditionsunternehmen aufspalten. Es verbleibt mit Alcoa das klassische Aluminiumgeschäft mit der Förderung und Herstellung des Metalls. Auf der anderen Seite entsteht die neue Firma Arconic, die hochwertige Metalllegierungen für Industrien wie Luftfahrt oder Autobau herstellt – und die Kleinfeld künftig führt.

Schon seit Monaten streiten sich Analysten um den Zustand der Luftfahrt. Mit den schwachen Zahlen zeigt sich jetzt: Es gibt Probleme. Bei Honeywell und Bombardier war vor allem der schwache Verkauf von Geschäftsflugzeugen der Grund. „Der russische Markt läuft schlecht, der chinesische Markt läuft schlecht“, sagte Alain Bellemare, Vorstandschef von Bombardier, während der Absatz in Europa und USA „weich“ sei.

Aber auch in größeren Produktkategorien läuft es nicht rund: Boeings Finanzchef Greg Smith sprach vor gut einem Monat auf einer Investorenkonferenz in New York von einer „Schwäche“ im Absatz von Großraumflugzeugen. Airlines aus Schwellenländern kämpfen mit Problemen, wie auch aus Ländern mit starker Ölförderung. Boeing reduziert jetzt die Produktion der 777 von 8,3 Jets pro Monat auf sieben. Auch könnte Boeing die legendäre 747 ganz einstellen. 

Das hat Auswirkungen auf Lieferanten wie Alcoa. Allerdings zeigte sich Kleinfeld optimistisch in Bezug auf die langfristigen Wachstumschancen. Die Probleme im Luftfahrtgeschäft bezeichnete er als „kurzfristige Kinderkrankheit“. Die Nachfrage sei „stark“, die Orderbücher der Branche seien auf „mehr als neun Jahre gefüllt“.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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