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12.07.2007 
Bieterkampf

Alcoa zieht Übernahmeangebot für Alcan zurück

Alcoa gibt sich geschlagen: Der US-Aluminiumproduzent hat sein Übernahmeangebot von 28 Milliarden Dollar für seinen Konkurrenten Alcan zurückgezogen. Damit hat die australische Rio Tinto freie Bahn – wenn nicht die Brasilianer noch dazwischen funken.

Der britisch-australische Bergwerksriese Rio Tinto übernimmt den kanadischen Aluminiumkonzern Alcan. Foto: dpaLupe

Der britisch-australische Bergwerksriese Rio Tinto übernimmt den kanadischen Aluminiumkonzern Alcan. Foto: dpa

HB PITTSBURG. Rio Tinto hatte eine Offerte von 38,1 Milliarden Dollar vorgelegt und damit das Angebot von Alcoa ausgestochen. Für das Preisniveau gebe es attraktivere Möglichkeiten, um den Aktionären einen Mehrwert zu verschaffen, sagte Alcoa-Chef Alain Belda zu dem Angebot von Rio.

Die Alcan-Führung hatte sich einer feindlichen Übernahme durch Alcoa widersetzt und die angebotenen 28 Milliarden Dollar im Mai als unzureichend zurückgewiesen. Der Übernahme von Rio stimmten indes die Führungsgremien beider Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag bereits zu.

Alcan und Rio Tinto betreiben beide große Bauxit-Abbaustätten in Australien. Das Gestein ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Aluminiumproduktion.

Die kanadische Alcan spielt in der französischsprachigen Provinz Québec eine wichtige Rolle, jede Entscheidung über die Zukunft von Alcan wird auch auf nationalistische Gefühle der Québecer Rücksicht nehmen müssen. Die Wahl von Montreal als Sitz des neuen Unternehemns könnte die Zustimmung der Kartellbehörden zu einer Fusion erleichtern.

Analysten erklärten, zwischen Rio Tinto und Alcan gebe es große Synergiemöglichkeiten. Der angebotene Preis von 101 Dollar je Aktie enthält eine Prämie von 65 Prozent auf den höchsten je erreichten Schlusskurs der Alcan-Aktie.

Gelingt dem australischen Unternehmen Rio Tinto die Übernahme, wäre dies die bislang größte Fusion in der Aluminium-Branche. Der Bieterkampf um Alcan ist jedoch noch nicht unbedingt zu Ende: Der brasilianische Konzern CVRD etwa schloss ein Angebot nicht aus. Und über den geschlagenen Alcoa-Konzern spekulieren Börsianer bereits, dass er wegen der Schlappe nun selbst zum Übernahmeziel werden könnte.

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