Alle Margenziele erreicht
Kleinfeld übererfüllt sein Versprechen

Erste Zahlen vor wenigen Tagen hatten bereits angedeutet, dass Siemens trotz aller Skandale und trotz des Führungschaos' wirtschaftlich blendend da steht. Mit der Vorlage der vollständigen Bilanz für das zweite Quartal setzt der geschasste Konzernchef Klaus Kleinfeld noch einen drauf.

HB/jojo MÜNCHEN. Unter Kleinfelds Führung hat der Technologiekonzern seine vor zwei Jahren festgelegten, mittelfristigen Renditeziele erreicht. Alle Bereiche hätten ihre angestrebten Margen erzielt oder übertroffen, teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Kleinfeld kündigte an, für die Mehrzahl der Sparten nun neue, höhere Renditeziele festzulegen. Im ersten Quartal hatten noch vier Bereiche ihre Messlatten gerissen, die zwischen 4 und 13 Prozent lagen.

Mit der Bekanntmachung übertraf Siemens nicht nur seine selbst gesteckten Ziele, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Diese hatten geschätzt, dass drei von elf Bereichen ihre Vorgaben nicht erfüllen. Doch selbst die lange defizitäre IT-Sparte SBS erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 63 Mill. Euro. Damit blieben wie gefordert mehr als 5 Prozent vom Umsatz als Ergebnis übrig. Vor Jahresfrist stand bei dem mittlerweile zu SIS umgeformten Segment noch ein Verlust von rund 200 Mill. Euro zu Buche. Die großen Bereiche Medizintechnik, Automatisierung (A&D), Energieverteilungstechnik (PTD) und die Autozuliefersparte VDO lagen sogar über ihren Renditevorgaben.

Siemens hat mit dem Erreichen der Margenziele im zweiten Quartal 2006/2007 das Programm „Fit4More“ für beendet erklärt und ein neues Effizienzsteigerungsprogramm „Fit for 2010“ angekündigt. Neben den Vorgaben für die einzelnen Bereiche soll künftig auch die Konzernrendite als Messlatte dienen. Bis 2010 will Siemens eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) von 14 bis 16 Prozent erreichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Wert 10 Prozent betragen.

Erste Zahlen für das abgelaufene Quartal hatte Siemens bereits am Dienstag präsentiert: Der Gewinn stieg um 36 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Der Umsatz kletterte um ein Zehntel auf 20,6 Mrd. Euro.

Kleinfelds Versprechen

Im April 2005 können der Konzern, seine Aktionäre und Kleinfeld von solchen Zahlen nur träumen. Siemens hat die Presse in Lissabon versammelt, um die Halbjahreszahlen zu erläutern. Eigentlich reine Routine. Doch da verblüfft der damals neue Konzernchef die Journalisten mit einem Versprechen: „Ich stehe persönlich dafür ein, dass alle Unternehmensteile innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate auf Linie sind.“

Es ist ungewöhnlich, dass ein Manager seinen eigenen Abgang in Aussicht stellt, falls sein Unternehmen schlechter als geplant abschneidet. Das gilt gerade für Siemens, denn in den Jahren zuvor hatten die einzelnen Sparten des Konzerns ihre vom Vorstand gesetzten Ziele regelmäßig verfehlt – ohne dass dies groß Konsequenzen gehabt hätte; weder für die Bereiche noch für den Vorstandschef. Denn schon im Jahr 2000 hatte Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer sämtlichen Bereichen Renditevorgaben gemacht. Trotzdem lag im Frühjahr 2005 fast die Hälfte der Einheiten zum Teil weit darunter.

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