Alle möglichen Konstellationen werden diskutiert
MAN will Führungsrolle bei Kooperationen

MAN stimmt nach Worten von Vorstandschef Rudolf Rupprecht mit VW darüber ein, dass eine Kooperation beider Konzerne mit Scania im Nutzfahrzeuggeschäft wünschenswert wäre. Allerdings würde der Münchener Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer dabei eine Führungsrolle übernehmen wollen.

HB/vwd MÜNCHEN. Er wolle VW-Chef Bernd Pischetsrieder nicht widersprechen, dass eine Kooperation von MAN mit Scania sinnvoll sei, sagte Rupprecht am Mittwoch in München. Grundsätzlich hätte der Konzern aber Schwierigkeiten, wenn er bei einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit keine Führungsrolle einnehmen würde.

Derzeit diskutiere MAN sämtliche möglichen Konstellationen in der Nfz-Branche. Einig sei man sich mit dem rund 27-prozentigen Anteilseigner Regina, dass das Nutzfahrzeuggeschäft integraler Konzernbestanteil von MAN sei.

Finanzchef Ferdinand Graf von Ballestrem ergänzte, der Vorstand sei zu dem Schluss gekommen, dass eine - wie zuletzt spekulierte - Zerschlagung des Konzerns durch einen Finanzinvestor nicht funktionieren werde.

Rupprecht, hat erneut Verkäufe von Unternehmensteilen bzw Beteiligungen in Aussicht gestellt. Auf weitere Einzelheiten ging er allerdings nicht ein. „Wir haben uns da bewegt, haben die Sache aber noch nicht formalisiert“, sagte Rupprecht am Mittwoch in München. Auf Nachfrage verwies er auf die bekannten Beteiligungen am Maschinen- und Anlagenbauer SMS und den Schwäbischen Hüttenwerken SHW, an denen MAN 51 Prozent bzw 50 Prozent hält, sowie das Tochterunternehmen MAN Technologie.

„Wir haben immer gesagt, dass wir uns für diese drei Aktivitäten ein anderes Umfeld vorstellen können“, sagte Rupprecht. Das nun erzielte Ergebnis sei in Gesprächen mit den Großaktionären Allianz AG, Commerzbank AG und Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG erzielt worden, die ihre Anteile weitgehend in der Vermögensverwaltungsgesellschaft Regina gebündelt haben. Rupprecht hatte bereits auf dem Aktionärstreffen Anfang Juni Veränderungen im Portfolio innerhalb der kommenden zwei Wochen in Aussicht gestellt. Jedoch sei es bislang noch nicht zu einem Abschluss gekommen, sagte Rupprecht.

Über die drei genannten Geschäftseinheiten hinaus gebe es noch eine Reihe kleinerer Aktivitäten, deren Zukunft ebenso überprüft werde, kündigte Finanzvorstand Ferdinand Graf von Ballestrem an. Diese Bereiche hätten zusammen genommen einen Umsatz von rund 150 Mill. bis 200 Mill. € Allerdings sollen diese Bereiche nicht um jeden Preis veräußert werden.

Rupprecht hat einen weiteren Stellenabbau über das bislang angekündigte Ausmaß hinaus in Aussicht gestellt. „Wir prüfen einige Projekte für 2004“, sagte Rupprecht am Mittwoch in München. Eine Größenordnung wollte er allerdings mit Rücksicht auf Gespräche mit den Arbeitnehmer-Vertretern nicht nennen. Betroffen seien vor allem die ohnehin in der Restrukturierung befindlichen Geschäftsbereiche Druckmaschinen und die Bus-Sparte. Für das laufende Jahr hat der Konzern einen Abbau von bis zu 1 800 Stellen angekündigt. Davon seien bislang rund 700 Stellen bereits reduziert, teilte Rupprecht mit.

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