Alliance-Boots-Chef
„Natürlich sind wir an Phoenix interessiert“

Alliance Boots ist Großbritanniens größter Chemie- und Gesundheitskonzern, auch europaweit Pharmahändler Nummer drei. Im Interview mit dem Handelsblatt äußert sich Executive Chairman Stefano Pessina über die Lage der Branche und die Zukunftspläne des Konzerns. Auf der Agenda steht besonders Expansion - auch in Deutschland.

Handelsblatt: Herr Pessina, Sie haben vor zwei Jahren mit KKR Europas größten Private-Equity-Deal gemacht und Alliance Boots von der Börse genommen. Sind Sie stolz darauf?

Stefano Pessina: Stolz ist wohl das falsche Wort. Ich habe es getan, weil ich fand, dass wir an der Börse nicht erreichen konnten, was wir wollten. Es ging mir darum, das Potenzial dieses unterbewerteten Unternehmens mit seinen fantastischen Leuten zu erschließen.

Und lief bisher alles nach Plan?

Besser als der Plan, würde ich sagen. Wir sind gut gewachsen. Und das in einem wirtschaftlichen Umfeld, das nicht gerade günstig ist.

Also bereitet Ihnen die Rezession keine großen Probleme.

Der Gesundheitsbereich ist eben nicht so konjunkturempfindlich. Der einzige Bereich, von dem wir ein bisschen enttäuscht sind, ist der Großhandel. Hier sind wir gewachsen, aber weniger als erwartet. Aber alles im allem wird die Entwicklung im Großhandel überkompensiert von dem Einzelhandel mit unserer Apotheken- und Drogeriekette Boots.

Alliance Boots will expandieren. Sind Sie interessiert, den deutschen Marktführer Phoenix aus der Merckle-Gruppe zu kaufen?

Natürlich sind wir interessiert. Oder ich muss es so formulieren: Wir sind prinzipiell interessiert, denn Phoenix steht aktuell ja nicht oder noch nicht zum Verkauf. Es wurde berichtet, dass wir bereits eine Offerte gemacht haben. Das stimmt nicht.

Es könnte kartellrechtliche Probleme geben, etwa in Frankreich oder Italien.

In einigen Märkten gäbe es Überschneidungen, ja. Aber das ist meiner Meinung nach kein großes Problem.

Und wie sähe es mit der Finanzierung aus? Alliance Boots ist hoch verschuldet.

Wahrscheinlich würde ich das dann zusammen mit KKR in einem gesonderten Deal machen. Aber das heißt nicht, das wir nicht alle potenziellen Synergien herausziehen könnten, die eine Kombination von Phoenix und Alliance Boots ermöglichen würde.

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